The Middle Beast
Ein Jude, ein Muslim, ein Christ treten ins kalte Licht einer nackten Bühne. Anlässe zur Zwietracht finden sich schnell, doch so richtig bricht der Streit los, als eine namenlose Leiche vom Himmel fällt: Jeder besteht darauf, den Toten nach seinen Ritualen zu bestatten. Die Mundwinkel des Juden beben vor Zorn, der Muslim hebt die Faust. Gleichermaßen vehement wie borniert, so prallen die drei aufeinander; die Unterschiede zwischen den Religionen heben sich in wildem Streitgetöse auf.
In «The Middle Beast» inszeniert der Beiruter Dramatiker und Regisseur Joe Kodeih die Verwerfungen des Nahostkonflikts mit viel Witz. Doch der tiefe Pessimismus des Stücks tritt in der Absurdität seines Verlaufs nur umso klarer hervor: Ein Konflikt über einen toten Körper ist das einzige, was die Protagonisten zusammenbringt. Am Ende verlassen sie die Bühne, schweigend, in entgegengesetzte Richtungen.
«The Middle Beast» läuft derzeit mit großem Erfolg in Beirut, einer Stadt, die ihre konfessionelle Spaltung seit dem Bürgerkrieg (1975–1990) nie überwunden hat. Erst vor wenigen Wochen löste ein bewaffneter Aufstand der islamistischen Hisbollah so heftige Unruhen aus, dass das Land kurzfristig am Rande ...
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In der «Süddeutschen Zeitung» hat Peter Laudenbach gejubelt: In der «maroden» Volksbühne bekäme man, «was man in diesem grauen Bunker zu allerletzt erwartet hätte: eine Inszenierung, die in ihrer großen Leichtigkeit ziemlich gute Laune macht». Und weiter: «Der Plot ist simpel: Vater Ubu, ein vulgärer Dummkopf, ermordet den König von Polen, um selber König zu werden...
«In der Sonne Italiens werde ich die theoretische Unannehmbarkeit der Existenz vielleicht vergessen.» Mit existenzialistischer Emphase verlässt der Abiturient Gert seine kriegsverwitwete Mutter im Trümmerdeutschland anno 1948. Ins Schlepptau nimmt er seinen Gesinnungs-kameraden und Nietzsche-Leser Foss sowie zwei ebenso dekorative wie selbstfindungsförderliche...
Dem Wiener wird ein gewisser Hang zur Todessehnsucht nachgesagt. Wie zur Bestätigung dieses Klischees wurden gegen Ende der Spielzeit an zwei Wiener Bühnen Auftragswerke uraufgeführt, die vom Tod handeln, sich davon aber nicht die gute Laune verderben lassen.
Der 1990 nach Wien emigrierte Bulgare Dimitré Dinev, der auf Deutsch schreibt und inzwischen...
