Technik und Weltzugang
Gibt es in diesem Jahr denn also weniger Technik? Das war die letzte und weitreichendste Frage auf der Programm-Pressekonferenz im Januar, auf der die Theatertreffen-Jury ihre Auswahl präsentierte. Die leidige Technik. Als Chiffre steht sie für alles, was am Theatertreffen im Vorjahr (bei größtenteils gleicher Jury-Besetzung) sowohl gefeiert wie moniert wurde: die Tendenz zu Installationen und Loops statt zu linearen Geschichten, zu Stückentwicklungen und Performances statt Drama und Verwandlungsschauspiel, zu homogenen Ensembles statt zu herausragenden Protagonisten.
Man hat die Klage von Kerr-Preisjurorin Imogen Kogge ja noch im Ohr, der ihre Suche nach dem exponierten Jungstar des Festivals 2017 erklärtermaßen reichlich schwer fiel.
Und nun scheinbar das ganze Gegenteil. Protagonisten gibt es zuhauf, ob im All-Star-Ensemble von Frank Castorfs «Faust» (mit Valery Tscheplanowa, Martin Wuttke, Sophie Rois, Marc Hosemann, Alexander Scheer, to name but a few), oder im Zürcher Frauen-Dreamteam bei Karin Henkels «Beute Frauen Krieg» (u.a. mit Lena Schwarz, Carolin Conrad, Dagna Litzenberger Vinet, Hilke Altefrohne, Kate Strong). Oder natürlich in drei Stunden elektrisierender ...
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Theater heute Mai 2018
Rubrik: Best of ... Theatertreffen Berlin, Seite 12
von Christian Rakow
Aufführungen
Sag zum Abschied leise Servus: Mit Shakespeares letztem Stück «Der Sturm» verabschiedet sich Intendant Tobias Wellemeyer nach 9 Jahren vom Potsdamer Hans-Otto-Theater; in Zürich hat sich Peter Kastenmüller für Stuckrad-Barres «Panikherz» entschieden, um dem Theater Neumarkt Adieu zu sagen. Auch für Armin Petras geht die Intendantenzeit in Stuttgart...
Aachen, Theater
12. Albee, Wer hat Angst vor Virginia Woolf?
R. Michael Helle
17. Depryck, Der Reservist – Arbeiten im 21. Jahrhundert
R. Ulrike Günther
18. Küspert, mensch maschine
R. Marion Schneider-Bast
Aalen, Theater der Stadt
4. Hintze, Wir sind die nebelfreie Stadt
R. Tina Brüggemann, Michael Flechsler und Thomas Haller
Annaberg, Eduard-von-Winterstein-Theater
10....
Im Jahr 2014, unmittelbar nach der Annexion der Krim, wurde ich zu einer Konferenz nach Polen eingeladen. Die polnischen Intellektuellen und Künstler waren von den Krim-Ereignissen so schockiert, dass sie auf einen Russland-Boykott drängten: kein Besuch von russischen Festivals und Konferenzen mehr, keine Gastspiele in Russland. Ich habe diese Idee damals heftig...
