Stabile Lebensbeziehung
Immer noch versammeln wir uns in und vor Guckkastenbühnen, um den Menschen zu betrachten. Aber es gibt auch offenere Situationen, in denen die Zuschauer sich auf der Bühne befinden und sich mit den Akteuren mischen, selbst zu Betrachteten oder zu
aktiven Teilnehmern werden. Es gibt Theater, das keine Bühne braucht, sondern sich an öffentlichen Orten ereignet und manchmal erst nach einer Weile als Theater zu erkennen ist.
Es gibt Theater, das keine Schauspieler braucht, sondern «Experten des Alltags», Theater, das sich nicht mehr über den Menschen vermittelt, sondern über Medien, Musik und bildnerische Mittel. Das Theater hat sich längst vermischt mit anderen Künsten.
Wenn ich von meinem Beruf, dem der Schauspielerin, zu erzählen versuche, müssen wir uns also bitte im Klaren darüber sein, dass ich zur Vertreterin eines Begriffs werde, der weit gefasst und nicht geschützt ist. Und ich kann naturgemäß nur von mir sprechen. Sicher hat jeder Kollege eine andere subjektive Wahrnehmung vom Beruf; also bitte: Nageln Sie mich nicht fest!
Das Arbeitsamt beschreibt den Beruf des Schauspielers – ganz objektiv – so: «Schauspieler und Schauspielerinnen verkörpern Charaktere in Bühnenaufführungen ...
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Theater heute Jahrbuch 2013
Rubrik: Freiraum Theater!, Seite 10
von Wiebke Puls
Er hat einfach zu viel erlebt in seiner Laufbahn. Das Problem mit ihm ist, dass er bereits siebzig Jahre existiert und den Erfahrungshorizont eines Siebzigjährigen hat, aber im Körper eines Neunzehnjährigen gefangen ist. Er ist inzwischen keine Projektionsfläche mehr, sondern ein vielschichtiger Charakter. Das können wir nicht brauchen.»
New York City im Jahr 1941....
Jalta? Verdammt, was war das noch? Traumhafte Kulisse, perfektes Welttheater. Was 1943 auf der Teheran-Konferenz arrangiert und 1945 in Potsdam umgesetzt wurde – in Jalta wurde schon mal darauf angestoßen. Ein Intermezzo, ein Treffen der «Großen Drei» bei kaukasischem Champagner. Ein PR-Coup Stalins, den Blick klar auf eine neue Weltordnung gerichtet. Diese hielt...
Ende März in Berlins wuchtigem Theatertrotzbau am Rosa-Luxemburg-Platz. Auf der Drehbühne kreiselt eine verwinkelte, mit Liebe gezimmerte Bretterbude, über der ein riesiger Videoscreen thront, der Stolz des Hauses. Was in den Zimmern vor sich geht, überträgt großzügig gepixelt und leicht grünstichig eine wackelige Handkamera, die noch das staksigste...
