Shakespeare deutsch

Warum man nicht von «Schlegel-Tieck» plappern soll, wieso man Shakespeare immer neu übersetzen muss, weshalb zeitloses Wissen geistlos ist, jede Verständigung Distanz braucht und gute Verse etwas aushalten können.

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«Alles, was eine große Wirkung getan hat, kann eigentlich nicht mehr beurteilt werden.» Das hat Goethe zu Kanzler von Müller gesagt. Ein Beispiel dafür ist, was «der Schlegel-Tieck» genannt wird. Generationen haben den Doppelnamen aus dem väterlichen Bücherschrank buchstabiert. Aber der große deutsche Shakespeare-Übersetzer hieß August Wilhelm Schlegel. 
 

Schlegel konnte Shakespeare erst nach zweihundert Jahren für die deutsche Sprache erobern, obwohl die Stücke schnell, noch zu Shakespeares Lebenszeit, nach Deutschland gelangt waren.

Die englischen Schauspieler, wenn sie in Pestjahren nicht spielen durften in London, und später während der Revolution und des Bürgerkriegs, reisten auch auf den Kontinent und spielten vor den kleinen deutschen Höfen. Solange in englischer Sprache gespielt wurde, blieb der Vers erhalten, als Gedächtnisstütze. Die empfindlicheren Zuhörer haben seine Vorteile gespürt, Johannes Rhenanus rühmt 1613 die Jamben der Engländer. Aber sein Versuch, Blankverse nachzubilden, zeigt nur, dass das Deutsche dazu noch ganz unfähig war. Die Schauspieler, die sich behalfen und zwischen den Szenen von einem deutsch radebrechenden Clown die Handlung zusammenfassen ließen, ...

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Theater heute April 2010
Rubrik: Shakespeare, Seite 12
von B.K. Tragelehn

Vergriffen
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