Schmoren in der Jauchegrube

Die Volksbühne frönt höllischen Atmosphären: Signa lädt in den «Club Inferno», und Frank Castorf inszeniert Tschechows «Das Duell» unter Frauen

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Zu dritt warten wir auf den Einlass zur Hölle. Die Hölle, das ist beim dänischen Performancekollektiv Signa eine Mischung aus Dante Alighieris infernalischer Systematik, die das historische und mythologische Weltwissen seiner Zeit widerspiegelt, und einem Themennachtclub, den ein gewisser Herbert Godeux im Gedenken an seine Frau Mama errichtet hat.

Vor allem aber versucht «Club Inferno» gemeinsam mit zahlreichen professionellen und Laiendarstellern eine Parallelwelt auf Zeit zu errichten, deren Reiz darin besteht, dass die Besucher das ihr zugrun­de liegende Regelwerk, ihre Zusammenhänge und Vorgeschichten erst dann dechiffrieren können, wenn sie Erfahrungen in ihr machen.

Roberto und Thomas, meinen beiden Mitstreitern im Vorhof zur Hölle, steht die Lust (oder Notwendigkeit), Erfahrungen zu machen, etwas zu penetrant ins Gesicht geschrieben. Ob sie Signas Theater, in dem Macht fast immer auch durch das Thema Sex verhandelt wird, mit einem Swinger-Club verwechseln? Ich bin jedenfalls froh, als die ersten leicht bekleideten In­ferno-Girls Aufmerksamkeit von mir abziehen. Jedes Mal, wenn ich in den nächsten Stunden Thomas mit einem anderen halbnackten Mädchen im Arm sehe, frage ich ...

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Theater heute Mai 2013
Rubrik: Aufführungen, Seite 6
von Eva Behrendt

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