Richtig doof ablachen
Immer wieder wird an einen Intendanten, so jedenfalls meine Erfahrung, der Wunsch herangetragen, etwas zu produzieren, wo man «so richtig doof ablachen» kann. Man fragt sich: Wo kommt dieser Wunsch her? Die Menschen, die es sich wünschen, über etwas «richtig doof abzulachen», könnten sich diesen Wunsch ja leicht erfüllen, indem sie in den Spiegel gucken. Offensichtlich steckt sowohl in dem Begriff «Ablachen» als auch in dem Adjektiv «doof» als Steigerung von «Ablachen» etwas Lustvolles, was man alleine mit sich selbst nicht zustande bringt.
Denken scheint das Gegenteil zu sein! Denken und die Wahrnehmung der Vielschichtigkeit von Dingen und Menschen wird als lustfeindlich erlebt. Offensichtlich geht es um Faulheit: Faulheit der Wahrnehmung, Faulheit des Denkens, Faulheit sich selbst gegenüber. Es manifestiert sich hier ein Wunsch nach einer vereinfachten Welt, im Wissen, dass es so nicht ist. Es ist ein tendenziell totalitärer Wunsch: Alle sollen über das Gleiche doof ablachen! Es soll keine Unterschiede zwischen Menschen geben!
Dabei gibt es kaum etwas, was den Menschen mehr positiv stimuliert, als die Unterschiede und damit auch die Ungerechtigkeit der Natur. Das finden wir bei ...
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Theater heute Jahrbuch 2011
Rubrik: Peter Carp, Seite 15
von Peter Carp
Gar nicht so einfach, in der Vielfalt der Stile und Inszenierungen einen Schauspieler
des Jahres zu küren!
Selten war das Spektrum der Kritiker-Voten so groß wie in diesem Jahr. Deshalb gratulieren wir auf den folgenden Seiten nicht nur Jens Harzer, dem Schauspieler des Jahres, sondern auch den 29 anderen, die mindestens einen Kritiker überwältigt haben. Klare...
Das Bühnenbild des Jahres ist bereits verschrottet, nach der letzten Vorstellung beim Theatertreffen im Berliner Mai reiste das Ensemble von «Tod eines Handlungsreisenden» mit leichtem Gepäck zurück nach Zürich. Sehr zum Ärger von Robert Hunger-Bühler, der in diesem verschwenderischen Traum der fünfziger Jahre, wie ihn Stéphane Laimé für den Regisseur Stefan Pucher...
Uraufführungen
A
Frank Abt/Dirk Schneider Wenn die Sonne immer noch so schÖn scheint … (Theater Osnabrück) ·· Andcompany & Co. nach Schiller Der (kommende) Aufstand (Oldenburgisches Staatstheater) ··Sefi Atta Hagel auf Zamfara (Theater Krefeld/ Mönchengladbach)
B
Lukas Bärfuss ZwÖlftausend Seiten (Schauspielhaus Zürich) ·· Martin Baltscheit Die besseren...
