Rewind Glückseligkeit
Es gibt von Blinden, Toten und Herzlosen zu berichten. Von Kitsch und Kunst und einem Off-Space dazwischen. Von Spanien, England und der Schweiz. Und vor allem andern: von der Liebe. Irm Hermann und Robert Hunger-Bühler lieben sich zum Beispiel. Wer hätte das gedacht! Sie lieben sich mit einer derart von innen heraus leuchtenden Altersheiterkeit, dass einem beim Zuschauen für einen Moment ganz leicht und anmutig ums Herz wird.
Es ist ein sehr sehr kurzer, wortloser Moment, da dieses reine Weihnachtskerzlein der Liebe auf der Bühne scheint, nur so ein Aneinanderlehnen von Schultern und ein Lächeln, und nein, das ist tatsächlich nicht kitschig, sondern einfach nur schön, und nach so einem Moment muss man im Schauspiel zwanzig Jahre lang oder noch viel länger suchen.
Irm Hermann und Robert Hunger-Bühler sind so dermaßen glücklich ineinander verliebt, weil sie blind sind. (Obwohl, wenn sie sich sehen könnten, wären sie es gewiss auch. Robert Hunger-Bühler ist ja kein Übler, und Irm Hermann versprüht eine Art rotwangiger Backfisch-Allüre, die ganz hinreißend ist.) Weil sie sich in einer Welt der ungetrübten Innigkeit verpuppt haben. Weil sie keine Sehnsucht nach einem besseren Zustand ...
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