Revolutionen – privat und politisch
Kohlenrutsche, Müllschlucker, Schüttgutrampe – Olaf Altmanns Bühnenbild ist eine Großmetapher, eine graue Halfpipe des Geschichtsfatalismus. Es geht nur abwärts, keiner kommt empor, alles rauscht bergab. Entweder man bleibt hübsch oben in Distanz, oder man saust abwärts mit rasanter Fahrt in den Abgrund auf die Vorderbühne, zurückklettern geht nicht. Allenfalls kann man sich an die riesige Klappe klammern, die sich über der steilen Rundung manchmal öffnet, manchmal schließt, und sich emporziehen lassen.
In diese gefährliche Bühnenwelt stellt Armin Petras seine Inszenierung von Büchners «Danton Tod» zur Eröffnung der Spielzeit und zur feierlichen Rückkehr des Theaters aus der Interimsspielstätte in das Schauspielhaus. Aber das Schauspielhaus, in dem nun wieder alle Vorstellungen des Düsseldorfer Theaters stattfinden werden, ist immer noch eine riesige Baustelle: von außen wie ein Atomkraftwerk im Rückbau, unverblendeter Beton auch innen überall, man stolpert hinein ins Haus auf behelfsmäßig hergestellten Wegen. Die vorzeitige Rückeroberung des in Renovierung begriffenen Hauses ist ein Sieg. Doch das Bühnenbild für Büchners Geschichtsdrama ist ein Anspruch, den die Inszenierung kaum ...
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Theater heute November 2019
Rubrik: Starts, Seite 33
von Gerhard Preußer
Nur was objektiv wahr ist, ist gut und wird in «Das große Heft» eingetragen. Gefühle gehören nicht dazu. Diese trainieren sich die namenlosen Zwillinge, die während des Zweiten Weltkriegs zur Großmutter in ein kleines ungarisches Dorf ausquartiert wurden, systematisch mit speziellen Übungen ab. Drei Tage nichts zu essen gehört noch zu den leichteren. Bis aufs...
Gewaltig und rein zugleich» – so empfindet Peter Handke das Gedicht «Annäherung an eine Person» von Gerlind Reinshagen, das in ihrem 2018 im Suhrkamp Verlag erschienen Gedichtband «Atem anhalten» abgedruckt ist. Kann diese Formel – gewaltig und rein zugleich – nicht gleichsam für das gesamte wundersam vielfältige Werk der Gerlind Reinshagen gelten? Die in...
Wir sind hier, wir sind laut, weil ihr uns die Zukunft klaut!
Fridays for Future
Wenn jedes der Werkzeuge, sei es auf erhaltenen, sei es auf erratenen Befehl hin, seine Aufgabe zu erfüllen vermöchte, bedürfte es für die Meister nicht die Gehilfen und für die Herren nicht die Sklaven.
Aristoteles, Politeia
die kontinuität des ich–bewusstseins, soweit sie...
