Pop Up!
Zunächst mal: Warm machen! Aus dem Orchestergraben tönen in unregelmäßigen Abständen die ersten Takte von Monteverdis «L’Orfeo» von 1607. Auf der Bühne häufelt ein glitter–geschminktes Girl im hautfarbenen Minikleid einen Kreis aus weißen Steinen auf, balanciert dabei auf schwindelerregenden Pumps, zumal, wenn sie sich ganz tief hinabbeugt und den Popo in Richtung Publikum bohrt.
Außerhalb des bukolischen Kreises flanieren und schäfer–stündeln Hirten und Nymphen; die meisten sind in eine Art transparentes Ganzkörperkondom gezwängt, was die Figuren praller, um nicht zu sagen: wursthaft erscheinen lässt. Ein hübscher Schnauzbartträger liegt auf dem Bauch und lässt geschmeidig die Lenden rotieren. Trockenübungen für später?
Die Orgie, die das Pornofilmset zum Auftakt der Barockoper im HAU 1 noch verspricht, kommt dann aber leider nicht zustande. Stattdessen performen die trefflichen Sängerinnen und Sänger rund um die extremfeministische Postpunkikone Peaches – von der noch die Rede sein wird – eine mit wenigen Ausnahmen doch recht konventionelle Opernaufführung. Und die erzählt den Mythos von Orpheus, der seiner toten Geliebten Eurydike in die Unterwelt folgt und aus Mangel an ...
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Theater heute Juni 2012
Rubrik: Chronik: Berlin Hebbel am Ufer, Seite 54
von Eva Behrendt
Franz Wille Selma Spahic, woher kommen Sie?
Selma Spahic Meine Eltern sind Bosniaken, und ich wurde 1986 in einer kleinen Stadt an der Grenze zwischen Bosnien und Serbien geboren. Foca war auch die erste Stadt, die bei Kriegsbeginn von der serbischen Armee besetzt worden ist. 1992 bin ich mit meinen Eltern erst nach Serbien, dann nach Kroatien geflohen. Drei Monate...
Als Rainald Goetz noch kein preisgekrönter Schriftsteller und Dramatiker, sondern Kinder–buchrezensent war, «destillierte» er aus den Kritiken von Benjamin Henrichs, Michael Skasa und Peter von Becker sämtliche Adjektive, um sie später in eigenen Texten verwenden zu können. Doch Joachim Kaiser, einst Feuilletonchef der «Süddeutschen Zeitung», schickte den jungen...
Berlin
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Eine besondere künstlerische Begabung, theaterpraktische Tätigkeiten, möglichst berufsspezifische Erfahrungen, in der Regel die allgemeine Hochschulreife.
Bei ausländischen Bewerbern die...
