Politik auf dem Theater
Drei Holzscheiben links, drei Sportbogenschützen rechts, dazwischen die ganze Bühnenweite. Schon sausen drei sehr professionell abgeschossene Pfeile im Gleichflug in die Holzscheiben und schlagen mit satt verstärktem Plopp ein. Dann das Ganze noch mal. Und noch mal. Zwischen den Waffengängen lassen die Herren Schützen ihre Geräte um den Daumen schlenkern: Nicht wirklich lässig, auch nicht eigentlich gefährlich, aber sichtlich um Eindruck bemüht.
Man ist zu Fotheringhay, royale Gartenparty, und die dekorative Sporteinlage liefert den szenischen Höhepunkt von Luk Percevals «Maria Stuart». Gleich treffen Elisabeth und ihre gefangene Rivalin aufeinander. Dann fliegen nur noch Worte.
Elisabethanische Verhältnisse
In diesem Trauerspiel muss die eine leiden und die andere handeln, was der einen in der Regie-Regel viel Mitgefühl einträgt und der anderen alle Macht. Die eine endet auf dem Schafott, die andere sehr allein auf ihrem Thron. Kein Drama für irdische Lösungen, die Freiheit wohnt – wenn überhaupt – dann nur im Tod. Staatswohl und privates Glück zusammen ist für Politikerinnen nicht zu haben. Warum eigentlich nicht?
Auf den politischen Triumph von Maria Stuart sollte besser ...
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Die Revolution ist ein ambulanter Zustand. Sie duldet kein Sich-Einrichten. Ihre Führer sitzen am besten auf gepackten Kisten – wartend wie auf die lange Bank geschoben für einen kurzen Prozess, der ihnen gemacht wird. Wenn sich mit pathetischer Geste der rote Vorhang rafft, liegt die Bühne des Schauspielhauses Bochum im Dunkel. Die Konturen eines zu Paaren...
Mehr als vierzig Jahre, nachdem er seine Heimat fluchtartig verlassen hatte, kehrte Peter Turrini heim nach Kärnten. Genauer gesagt, in jenen vergleichsweise kleinen Teil Kärntens, an dem er sich nach eigenen Angaben noch heimisch fühlt: «das Quadratmeterausmaß der Bühne des Klagenfurter Stadttheaters». Hier wurde, dreieinhalb Jahre nach dem spektakulär gefloppten...
Andreas Dresen hat sich früher einmal, in seinem höchst erfolgreichen Experimentalfilmer-Alltag, noch mit einer «halben Treppe» irgendwo in Ex-Ost-Deutschland an der Oder zufrieden gegeben. Jetzt macht er gerade Oper in Basel am Rhein, und da wird er unweigerlich zum monumentalistischen Gesamtkunstwerker. Klar hat ihn die halbe Treppe damals wie kein weiterer Film...
