Nichts kniffliger als das
Am Anfang war die Idee. Keine besonders gute, wie sich im Nachhinein herausstellte. Aber das konnte das Team um den neuen Basler Schauspieldirektor Elias Perrig ja kaum ahnen. Es ging darum, die Saison im Jahr eins nach dem Abschied von Lars-Ole Walburgs – und zuvor Stefan Bachmanns – ruhmreichem Ensemble zu planen. Nichts kniffliger als das. Schließlich hatte sich das Basler Publikum daran gewöhnt, dass sein Theater die halbe Welt polarisiert.
Das nahm «tout Bâle» zwar je länger, je behaglicher zur Kenntnis, dennoch hatte sich der provokante Elan des Hauses mit der Zeit nur wenig abgenutzt. Die Theatergemeinde spaltet sich in zwei Lager: Die einen wollen die Ära Bachmann/Walburg nie vergessen, die anderen lieber gestern als heute.
Mit diesem Erbe darf man sich schwer tun. Beim Apéro nach der Spielplankonferenz wandte sich eine ältere Dame an Elias Perrig und ließ ihn in breitem Berndeutsch wissen, sie sei ganz froh sein, dass nun endlich wieder ein Schweizer das Heft in die Hand nehme. Offenkundig war der Dame entgangen, dass Stefan Bachmann ihr Landsmann ist – aber Perrig als Auslandsschweizer in Hamburg aufgewachsen ist. Mit so viel Vorabvertrauen von beleibten Damen muss man ...
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Gegen das Vergessen!» – so lautete einst der Leitgedanke der künstlerischen Auseinandersetzungen mit Faschismus, Holocaust und dem Zweiten Weltkrieg. Es ist ein Appell, dem die bleierne Zeit der fünfziger Jahre wie ein Negativabdruck eingeschrieben ist, weil sich das Ausrufezeichen gegen eine Gesellschaft wandte, die sich nicht erinnern wollte – zum übergroßen Teil...
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