Nach den Krisen
Theater kann man nicht losgelöst von seinem Ort machen», erklärt Piotr Kruszczynski und lehnt sich auf seinem rustikalen Holzstuhl zurück. Seit September 2011 leitet der 46-Jährige das Teatr Nowy in Poznan, ein traditionsbewusstes Haus, mit großem Freundeskreis im älteren und ökonomisch gut situierten Bürgertum. Die Auslastungs–zahlen sind traditionell gut, das Marschallamt subventioniert das Theater mit sieben Millionen polnischen Zloty (ca. 1,67 Mio.
Euro) und Poznan selbst zählt zu den besten mittel- und osteuropäischen Wirtschaftsstandorten: Die Arbeitslosigkeit tendiert gegen Null. Für einen Intendanten, der sein künstlerisches Profil im Umgang mit Krisen entwickelt hat, klingt das nach extrem schwierigen Arbeitsbedingungen.
Inspiration Walbrzych
Bis vor Kurzem war der Name des gebürtigen Poseners Kruszczynski mit dem ehemaligen Bergarbeiterstädtchen Walbrzych in der niederschlesischen Provinz verbunden, dessen ökonomische und soziale Misere sich nach Gruben-Schließung in bis zu 32 Prozent Arbeitslosigkeit ausdrückte. «In Walbrzych ging es erst einmal darum, überhaupt eine Beziehung zwischen Stadt und Theater herzustellen und die Geschichten, die soziale und materielle ...
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Theater heute November 2013
Rubrik: Magazin: Polnisches Theater, Seite 66
von Anja Quickert
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