Mut zur Provinz!
Ghorban Moinzadeh ist Schauspieler. Er kommt aus dem Iran und hat dort, als es die politischen und gesellschaftlichen Verhältnisse noch erlaubten, sogar Brecht gespielt. Das ist lange, sehr lange her. Über 20 Jahre, die er nun schon in Bruchsal verbracht hat. Hier ist er nach seiner Flucht aus der Heimat auch wieder beim Theater gelandet, an der Badischen Landesbühne, und sogar Brecht hat er da schon gespielt. Aber nur noch selten. Wenn er überhaupt mal auf der Bühne in seinem wirklichen Beruf arbeitet, dann sieht man ihn meist in Nebenrollen.
Und das auch nur, wenn es sein Zeitplan erlaubt. Einmal hatte er in Deutschland eine Hauptrolle, da hat man ihn – natürlich – in «Dreck» von Robert Schneider besetzt. Das lag auf der Hand: das orientalische Aussehen, das gebrochene Deutsch, das Fremdsein, das Moinzadeh eigentlich gar nicht spielen musste, weil man ihm das heute immer noch irgendwie ansieht. Aber tatsächlich ist er glücklich hier und längst zuhause, in Bruchsal und an der Landesbühne.
Ghorban Moinzadeh klettert in die Fahrerkabine eines 20-Tonnen-Lkw, zündet sich eine Zigarette an und startet den Motor. Er hat heute eine Strecke von 173 Kilometern vor sich, verkündet ...
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Theater heute Juli 2011
Rubrik: Fahrendes Volk, Seite 6
von Bernd Noack
Freitag, 1.
9.45, ZDFkultur: Krankheit der Jugend – Theaterfilm (2010) nach Ferdinand Bruckner, Regie Dieter Berner, mit Stella Hilb, Matthias Weidenhöfer u.a.
22.25, 3sat: Intimacy – Spielfilm (2001), mit Mark Rylance, Kerry Fox, Marianne Faithfull u.a., Regie Patrice Chéreau (vgl. TH 4/2001)
Samstag, 2.
23.15, 3sat: Deutschland, deine Künstler: Jonathan Meese – ein...
Nur knapp entging New Orleans dem Schicksal von Atlantis, als vor beinahe sechs Jahren die Dämme brachen und die Flut von Hurricane Katrina die Stadt in den Mississippisümpfen überschwemmte. Bilder von im Superdome zusammengepferchten und im Schlammwasser ertrinkenden Menschen flackerten über Bildschirme gemeinsam mit Nachrichten über den kompletten Zusammenbruch...
Würde man tatsächlich alles umsetzen, was sich an Personal im Stück einfindet, sprengte das jeden Theateretat. Wolfram Lotz lässt nicht nur Hamlet, Bakunin, Prometheus, den Arbeitgeberpräsidenten Dieter Hundt und Deutsche-Bank-Chef Josef Ackermann auftreten. Mit dabei sind auch eine Gruppe echter Sozialhilfeempfänger, 21 mongoloide Kinder und 50 Nereïden. Aber...
