Mode und Vergänglichkeit
Sie wolle etwas Heiteres schreiben, ihr sei nach Komödie, soll Elfriede Jelinek angekündigt haben, und nach den schweren Texten, die in letzter Zeit aus ihrer Feder kamen, wie «Die Schutzbefohlenen», in dem sie sich unermüdlich am Flüchtlings-Thema abarbeitete, oder «Wut», in dem sie die Anschläge von Paris thematisierte, nahm sie sich das Thema Mode vor.
Auch laut eigenem Bekunden hat Elfriede Jelinek eine Leidenschaft für Mode. Seit Jahren, ja seit Jahrzehnten streift sie das Thema immer wieder und benutzt es als Folie für verschiedenste Gegenstände und Denkfiguren.
Schon 1983 formuliert sie in «Ich möchte seicht sein» am Bild der Mode ihr Ideal von Theater: «Vielleicht eine Modeschau, bei der die Frauen in ihren Kleidern Sätze sprechen. Ich möchte seicht sein! Modeschau deswegen, weil man die Kleider auch allein vorschicken könnte.» 2000 bekennt sie in dem Aufsatz «Mode» für das Magazin der «Süddeutschen Zeitung»: «Von wenig Dingen verstehe ich so viel wie von Kleidern», um an Hand von Kleidung über sich selber und das Verhältnis von Sich-Zeigen und Sich-Verstecken nachzudenken: «Schiebe ich die Kleidung zwischen mich und das Nichts, damit ich dableiben kann, ohne dass man ...
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Theater heute Jahrbuch 2016
Rubrik: Neue Stücke der neuen Spielzeit, Seite 165
von Felicitas Zürcher
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