Celina Rongen (Dawn/Mutter) und Ulrike Folkerts (Cookie); Foto: Hans Jörg Michel
Mannheim: Quickie mit Cookie
Sie ist eine evangelikale Handlungsreisende, bringt Kosmetika an die Frau und entwickelt angesichts geschlossener Haustüren ein Sendungsbewusstsein, mit dem sie auch bei den Zeugen Jehovas Karriere machen könnte. Cookie steht für jene Business-Mentalität, die Amerika zur führenden Wirtschaftsmacht der Welt gemacht hat: Dass jede und jeder sein Ding machen kann. Die einen starten in einer Garage, andere als Tellerwäscher. Cookie verknüpft ihr ökonomisches Wohlergehen mit dem unstillbaren Wunsch der Menschen, schön sein zu wollen.
Ihr Pech: In ihrem Fall platzt der amerikanische Traum genauso wie all die Immobilien- und sonstigen Blasen, mit denen die US-amerikanische Ökonomie periodisch die Märkte erschüttert. Am Ende streift die Wanderpredigerin in Sachen Schönheit wie ein Hobo durch den mittleren Westen der USA und hat Mühe, die Contenance zu wahren.
Da ist aber noch was. Cookie schnappt sich gerne Männer. Einer zum Beispiel ist noch grün hinter den Ohren, aber lernfähig. Nach dem ziemlich rauhen Quicki mit Cookie würde er sie gerne wiedersehen, sie aber meint: «Das Universum ist weitläufig, junger Mann, und ich mache nie an der derselben Stelle halt.» Ob Donna Giovanna schon ...
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Theater heute Dezember 2017
Rubrik: Chronik, Seite 60
von Jürgen Berger
Das Video endet. Räuspern. Niemand sagt etwas. Auf dem Boden ächzt ein alter Plastikventilator, draußen steht die Luft, nicht ein Palmblatt bewegt sich im Wind. Der junge Mann mit dem krausen Haar, der in der hintersten Reihe des Halbkreises auf dem Boden hockt und sich auch sonst gerne als Erster zu Wort meldet, kratzt sich am Kopf. Er ist groß genug, um die...
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