«Man wird nur noch als Geldmaschine wahrgenommen»

Sieben Jahre hat Stefanie Carp als Schauspieldirektorin die Wiener Festwochen programmiert und erfolgreich geleitet. Ein Gespräch

Theater heute - Logo

Wolfgang Kralicek Stefanie Carp, zum ersten Mal kamen Sie 2005 als Vertretung für Marie Zimmermann zu den Festwochen. Wie ist Intendant Luc Bondy damals auf Sie gekommen?

Stefanie Carp Als Christoph Marthaler und ich das Zürcher Schauspielhaus leiteten, hatten wir Luc Bondy für eine Inszenierung eingeladen, «Auf dem Land» von Martin Crimp. Als er dann eine Schauspieldirektorin für ein Jahr suchte, hat er mich angerufen.

Kralicek Wie haben Sie reagiert?

Carp Ich hoffte damals, dass Christoph Marthaler seine Entscheidung, Zürich wieder aufzugeben – meiner Meinung nach zu früh! –, noch überdenken würde, habe also erst mal sehr zögerlich reagiert. Als sich dann in Zürich alles entschieden hatte, sagte ich Luc zu. Erstens, weil er so oft anrief, zweitens, weil ich aus verschiedenen Gründen gerne in Wien bin, und drittens, weil mich die internationale Perspektive schon immer interessiert hat.

Kralicek Hatten Sie denn gar keine Berührungs­ängste mit dem Festivalbetrieb?

Carp Aus der Perspektive der produzierenden Häuser blickt man tatsächlich auf Festivals etwas herab. «Da kommen wieder die Festivalfuzzis, die aufgeregt von ihren vielen Fernreisen berichten und etwas einkaufen wollen», ...

Weiterlesen mit dem digitalen Monats-Abo

Sie sind bereits Abonnent von Theater heute? Loggen Sie sich hier ein
  • Alle Theater-heute-Artikel online lesen
  • Zugang zur Theater-heute-App und zum ePaper
  • Lesegenuss auf allen Endgeräten
  • Zugang zum Onlinearchiv von Theater heute

Sie können alle Vorteile des Abos
sofort nutzen

Digital-Abo testen

Theater heute August/September 2013
Rubrik: Akteure, Seite 36
von Stefanie Carp

Weitere Beiträge
Emotionales Multitasking

Tatjana Winter (Ursina Lardi) heißt so, weil sie der Tatjana aus Puschkins «Eugen Onegin» nachgebildet ist, insbesondere Tschaikowskis Opern-Version; denn ihre Mutter (Borjana Mateewa) ist wiederum von Beruf Opern-Sängerin und muss als so eine Art prekäre Zweitbesetzung um den ganzen Globus jetten, um sich immer wieder als Zweitbesetzung bereit zu halten. Manchmal...

Premieren im August/September · Hinweise · On Tour · Suchlauf

Aachen, Grenzlandtheater
18.8. Goethe, Wahlverwandtschaften
R. Jens Pesel
26.9. Higgins, Harold und Maude
R. N.N.

Aachen, Theater
19.9. Daisey, Agonie und Ekstase des Steve Jobs
R. Jens Dierkes
20.9. Woolf, Orlando
R. Paul Georg Dittrich
22.9. Shakespeare, Hamlet
R. Christina Rast

Aalen, Theater der Stadt
28.9. Riml, Der Junge auf dem Baum (DE)
R. Winfried Tobias
28.9. Hornby,...

Die geteilte Seele von Bengaluru

Heute Bengaluru, vor fünf Jahren hieß es noch Bangalore, im 12. Jahrhundert Benda Kaaluru. Benda Kaalu waren «Baked Beans», die einer Legende nach eine alte Frau dem König Veera Ballala anbot, als er beim Jagen im Wald verlorenging. Aus Dankbarkeit erbaute er an dieser Stelle: Bendakaulluru.

Es ist eines dieser merkwürdigen, indische Zeitbrüche integrierenden...