Magdeburg: Das große Chaos
Versteht irgendjemand die Ereignisse in Berlin zwischen September 1918 und Februar 1919? Die oberste Heeresleitung muss eingestehen, dass der Krieg im Westen verloren ist, der Kaiser überwirft sich mit seinen Generälen, Matrosen in Wilhelmshaven verweigern eine letzte Schlacht, Wilhelm II.
wird von seinem eigenen Reichskanzler abgedankt, Rosa Luxemburg und Karl Liebknecht kommen aus ihrer «Schutzhaft» frei, der Sozialdemokrat Friedrich Ebert wird Reichskanzler, sein Parteikonkurrent Philipp Scheidemann ruft versehentlich die Republik aus, deutsche Truppen strömen über den Rhein zurück, eine Marinedivision, die keinen Sold erhalten hat, verschanzt sich im Berliner Schloss und wird unter Artilleriebeschuss gesetzt, der Spartakusbund bereitet auf seiner ersten Versammlung Luxemburg und Liebknecht eine krachende Niederlage und stimmt gegen die Wahlen zur Nationalversammlung, ein Generalstreik wird vorbereitet, das Zeitungsviertel von linksrevolutionären Kräften besetzt, der Aufstand von rechten Freikorps unter Gustav Noske (SPD) niedergeschlagen. Am Ende sind auch Rosa Luxemburg und Karl Liebknecht ermordet, und ein schwuler Berliner Schuldirektor wird erschlagen aufgefunden.
Alfred ...
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Theater heute April 2019
Rubrik: Chronik, Seite 57
von Franz Wille
Große Romane sind die Kühe, die in Herden durchs Theaterdorf getrieben werden: Im Gegensatz zu zeitgenössischer Dramatik kann man leise Kenntnis beim Publikum voraussetzen, sei es durch eigene Lektürae oder durch Feuilleton-Debatten, sie warten nicht selten mit eigenwilliger poetischer Sprache auf und mit komplexen Figurenzeichnungen. Das Nationaltheater Mannheim...
Wie schafft man es mit lautersten demokratischen Absichten, der AfD Recht zu geben? In der neuen Broschüre «Alles nur Theater? Zum Umgang mit dem Kulturkampf von rechts», herausgegeben vom «Verein für Demokratische Kultur in Berlin» und der «Mobilen Beratung gegen Rechtsextremismus Berlin» (gefördert im Rahmen des Landesprogramms «Demokratie. Vielfalt. Respekt –...
Zu den unvergesslichen Momenten der diesjährigen Berlinale, Dieter Kosslicks letzter, gehörte die Pressekonferenz, die Angela Schanelec zu ihrem Wettbewerbsfilm «Ich war zu hause, aber ...» gab. Da saß diese fragile Person, Jahrgang 1962, zwischen ihren Schauspieler*innen und sagte mit mädchenhaft staunender Stimme Sätze wie: «Kann sich irgend jemand nicht für Esel...
