Leser meinen: Friedliche Koexistenz!
Den «imaginären Joachim Lux», den «Theater heute» im Interview zu den freien Produktionshäusern in Anspruch nimmt (August/Septemberheft), um mit ihm als Kronzeuge die ohnehin aus dem Ruder gelaufene alte Debatte freie Produktionshäuser versus Stadttheater weiter zu befeuern, gibt es tatsächlich. Hätte man ihn gefragt, hätte er halbwegs kurz Folgendes gesagt: Es kann nicht darum gehen, das Stadttheater gegen die freien Produktionshäuser in Stellung zu bringen oder umgekehrt. Das macht keinen Sinn.
Man spielt ja auch nicht Nationalgalerien gegen Museen der Gegenwart gegen Galerien gegen Kunstvereine aus. Da hat vielmehr jeder seine berechtigte Rolle im eigenen Segment. Ähnlich ist es im Genre Theater: Beide Systeme haben eigene Charakteristika, Stärken und Schwächen, und beide ihre Berechtigung – das ist im Einzelnen zigfach beschrieben worden. Ich komme übrigens selbst ursprünglich aus der freien Szene und habe genreübergreifende Musik- und Theaterfestivals organisiert – lang ist’s her.
Schwierig wird es, wenn, wie vielfach in den vergangenen Jahren, Kunstideologie zum Transmissionsriemen für Verteilungskämpfe wird: Die «Freien» waren da Synonyme für Avantgarde, Innovation, ...
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Theater heute Oktober 2016
Rubrik: Magazin, Seite 63
von Joachim Lux
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