Lässig «Ficken» sagen
Der Regisseur Volker Lösch ist kein Mann der leisen Töne. Das kann man an der Spur von Skandalen ablesen (Hamburger Millionärsadressen, Dresdner Sabine-Christiansen-Verdammung), die seinen Weg durch den deutschen Theaterbetrieb weist. Und man kann es an der Wortwahl des Regisseurs erkennen, der bei den Proben zu einer «Medea»-Inszenierung in Stuttgart, bei der türkischstämmige Frauen mitspielen, vom deutsch-türkischen Verhältnis immerfort als «deutsch-türkischem Zwischen-den-Fronten-Leben» spricht.
Auch Thomas Lauterbachs Dokumentarfilm «Hochburg der Sünden», der die Probenarbeit zu «Medea» vom Casting bis zur Premiere begleitet, erinnert mitunter an eine Art Kriegstagebuch. Das fängt schon beim dramatischen Schwarzbild zu Beginn an, unter dem wie ein Funkspruch das Telefonat der Protagonistin Aysel liegt, die neugierig-zögernd ihr Interesse am Mitmachen erklärt. Es geht weiter mit den Lagebesprechungen auf der Probe, bei denen einmal der Chorleiter das salvenartige Auftreten demonstriert («Ba-damm, Ba-damm, Ba-damm»), zu dem rhythmisch gesprochen werden soll. Oder wenn Lösch insistierend Antwort auf Fragen fordert, die aufs Klischee schielen, sich aber so scheinbar allgemein ...
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Thomas Assheuer Herr Haneke, für Ihren Film «Das weiße Band» sind Sie mit Lob überschüttet worden, in Cannes gab es 2009 dafür die Goldene Palme, und den Europäischen Filmpreis haben Sie auch bekommen. Vor allem für die Kinderszenen hat man sie gefeiert. Wie haben Sie die Kinder gefunden?
Michael Haneke Es war viel Arbeit. Wir wollten ja nicht nur begabte Kinder...
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Fernsehen
Montag, 1.
21.15, Theaterkanal: Gero von Boehm begegnet: Christoph Schlingensief
Dienstag, 2.
17.25, Theaterkanal: faust on speed – ein Faust remix – nach Goethe, mit dem Ensemble des Koblenzer Jugendtheaters. Aufzeichnung
aus der Akademie für Darstellende Kunst,
Ludwigsburg (2009)
19.00, Theaterkanal: Theaterlandschaften: das
Theater...
