Korrektiv Kunst
Am 22. März begingen eine Gruppe junger Männer Bombenanschläge am Brüsseler Flughafen und in einer Metro-Station. Sie töteten 35 Menschen, und am Ende töteten sie sich selbst.
Das Kunstenfestivaldesarts erhielt Botschaften von Künstlern und Kollegen aus aller Welt, und als Antwort darauf schrieben wir einen Brief an alle Besucher, die nach Brüssel kommen wollten, die Situation vor Ort aber fürchteten – vor allem um klarzustellen, wie unser Leben in der Stadt zur Zeit aussieht:
«Sie sollten nicht zögern im Mai nach Brüssel zu kommen, ganz im Gegenteil.
Gerade jetzt müssen wir zusammenkommen. Gerade jetzt teilen viele das Bedürfnis, zu verstehen, wo die Risse durch unsere Gesellschaften verlaufen. Die Haltung der Menschen in der Stadt ist in erster Linie und vor allem konstruktiv, und die Risiken sind derzeit in Brüssel nicht größer als an jedem anderen Ort in der Welt. Es ist hier nicht unsicherer als in jeder anderen Großstadt. Brüssel fühlt sich verletzt. Brüssel fühlt sich verspottet und verhöhnt, und die nächsten Wochen werden für die Genesung der Stadt entscheidend sein. Wir glauben, es ist wichtiger denn je hierher zu kommen und diesen Prozess mit uns zu teilen, denn es geht ...
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Theater heute Mai 2016
Rubrik: Foyer, Seite 1
von Christophe Slagmuylder
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Schnitt: Ein Junge kramt im Badezimmerschränkchen zwischen Lux-Seife und Echt Kölnisch Wasser. Er trägt eine kurze Lederhose mit Edelweiß-Emblem. Es ist Sommer. Draußen hängt...
Nora barmt. «Dein kleines Eichhörnchen würde herumhüpfen und Kapriolen schlagen, wenn du lieb und artig bist» säuselt Karin Enzler im eigenartig verrutschten Konjunktiv. Aber ein Hüpfen kann man sich ganz und gar nicht vorstellen bei dieser Nora, die kühl und emotionslos halb zu sich selbst spricht, halb ans Publikum und praktisch gar nicht an ihre Mitspieler....
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