Köln: Im Rausch der Bilder

nach Hamsun «Segen der Erde»

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Dunkel und still wie in einem Grab ist es. Plötzlich schneiden gleißend helle Stroboskopblitze einzelne Bilder in die Finsternis: Ein Mann watet durch knöcheltiefes Wasser, trifft auf eine Frau. Im Blitzlichtgewitter und zu anschwellender elektronischer Musik fallen sie wollüstig übereinander her, ein zuckendes triefnasses Knäuel, das sich im Wasser wälzt. Unmittelbar danach gebiert sie unter gellenden Schreien den ersten Sohn.

Robert Borgmann lässt Isak und Inger, die Protagonisten aus Knut Hamsuns «Segen der Erde», am Schauspiel Köln in einer archaischen Ursprungsvision aufeinanderprallen. Hamsuns 1920 mit dem Literaturnobelpreis ausgezeichneter Roman erzählt die Geschichte des Einödbauern Isak, der karges Moorland erschließt, einen Hof aufbaut, mit Inger Kinder zeugt. Eins davon tötet Inger, weil es, wie sie, eine Hasenscharte besitzt. Zügellos und anspruchsvoll kehrt sie nach acht Jahren in einer städtischen Besserungsanstalt zu Isak zurück. Weitere Siedler haben sich inzwischen in der Ödmark niedergelassen, denn Isak hat einen Teil seines kupferreichen Landes an Geissler verkauft, der eine Kupferhütte errichtet hat. Lang hält der wirtschaftliche Aufschwung jedoch nicht an, die ...

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Theater heute August/September 2015
Rubrik: Chronik, Seite 58
von Natalie Bloch

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