Die New Yorker Stand-up-Comedian Adrienne Truscott zu Gast in den Berliner Sophiensaelen mit «Adrienne Truscott Is Asking For It»; Foto: Sara Brown/Sophiensaele Berlin
Keks heißt die Message
Vor gut zwei Jahren löste «The Future Is Female» einen späten Hype aus. 1972 ursprünglich als Slogan für Labyris Books, dem ersten Frauenbuch-Laden in New York entworfen und auf ein paar T-Shirts gedruckt, war das Design nun an Supermodel Cara Delevingne und ihrer Freundin Annie Clark (a.k.a. St. Vincent) zu bewundern, und gelangte über Instagram entsprechend schnell zu gender- und generationenübergreifender Beliebtheit.
Utopische Gemeinschaft
Ebenso offen wollten die Sophiensaele den grundsätzlich eher exklusiven Begriff F*E*M*A*L*E* verstanden wissen, als sie den Slogan vergangenen September für ihr internationales Performance-Festival adaptierten, das die Spielzeit mit einer zweiwöchigen, «feministisch-utopischen Gemeinschaft für alle − Frauen*, Trans*, Inter* und Männer*» eröffnete. Dabei setzte das Festival auch optisch auf Veränderung («Now Or Never»). Angeleitet vom multiethnischen Expert*innen-Team erstrahlte das Foyer bei laufendem Barbetrieb als «Grand Beauty Salon», der zur Whitening-Creme, einem der kommerziell erfolgreichsten Kosmetikprodukte weltweit, auch den passenden postkolonialen Diskurs mitlieferte.
Selbigen wollte auch die Premiere von «Queens» vertiefen, ...
Weiterlesen mit dem digitalen Monats-Abo
Sie sind bereits Abonnent von Theater heute? Loggen Sie sich hier ein
- Alle Theater-heute-Artikel online lesen
- Zugang zur Theater-heute-App und zum ePaper
- Lesegenuss auf allen Endgeräten
- Zugang zum Onlinearchiv von Theater heute
Sie können alle Vorteile des Abos
sofort nutzen
Theater heute Dezember 2017
Rubrik: Magazin, Seite 69
von Anja Quickert
Auch Gazprom hatte seine Finger (oder Gelder) im Spiel, verrät der Abspann nach 130 «Mathilde»-Minuten. Wie auch das Bolschoi-Theater und sein Chef Wladimir Urin, der gerade in vorauseilendem Gehorsam die Premiere des «Nurejew»-Balletts, inszeniert von Kirill Serebrennikow, abgesagt hat. Man kann nur spekulieren, aber manches spricht dafür, dass diese...
Professor Bernhardi, Chef einer Wiener Privatklinik, sieht am Staatsschauspiel Dresden eher wie ein puristischer Medizin-Blogger aus. In Raiko Küsters Darstellung versendet die internistische Koryphäe praktisch aus jeder Pore die Botschaft, um wie viel näher ihr mental der Hoodie steht als der Smoking. Dieser personifizierte Hippokratische Eid thront ohne jede...
(Vespasian? Nein, nicht der! Cola di Rienzo? Der schon eher!
Aber nein, ich schau mir das Foto an: der auch nicht!)
Miss Piggy, als blinde Seherin hergerichtet, die Augen bluten, wie es die Tradition will. Überhaupt hätte ich in der Folge gern Figuren aus der Muppet Show. Da das aber nicht geht, vielleicht nur Anklänge an die Wesen dort, vielleicht eine Psychose,...
