Keep hanging on
Zurzeit ist es schwierig, jemanden aus der New Yorker Theaterwelt ans Telefon zu bekommen. Seit zwei Monaten redet die Stadt über nichts anderes als den Zusammenbruch der Wall Street, den globalen Finanz-Meltdown, steigende Arbeitslosenzahlen und die anstehende Kreditkartenkrise. Erst seit der Wahlnacht ist die Stimmung besser, und die Obama-Euphorie möchte man sich von einem deutschen Kulturjournalisten nicht trüben lassen. Vor allem, wenn er gerade über das Thema sprechen will, das im Begriff ist, New Yorks Kulturszene auf den Kopf zu stellen.
Die schlimmste Rezession, die man in den Staaten seit 1929 erlebt hat, wird mit großer Wahrscheinlichkeit das Existenz-Aus für eine Reihe von New Yorker Theatern bedeuten. Hinter vorgehaltener Hand befürchten viele Szenemacher sogar ein regelrechtes Theatersterben. Ob es sich dabei um Alarmismus oder Realismus handelt, ist nur schwer abzuschätzen, denn in einer solchen Situation hat man sich einfach noch nie befunden. Der Effekt ist zunächst ein neues strategisches PR-Fingerspitzengefühl. Die Binsenweisheit, dass man über Geld nicht spricht, scheint erst recht dann zu gelten, wenn dieses richtig knapp wird.
Bankrott der Spender
Selbst ...
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Wie viel Handke passt in 100 Minuten Theater? Reichlich. Auch wenn Michael Simons Version des «Spiels vom Fragen» nur etwa ein Drittel der Zeit beansprucht, die sich Claus Peymanns Uraufführung 1990 nahm, erhalten Simon und Dramaturg Tilmann Neufer das Wesentliche. Denn sie nehmen den Titel angenehm wörtlich und entwickeln aus dem als überfrachtet, verstiegen und...
Zugegeben: ein Stück aus dem Giftschrank der Theaterliteratur, ein Spätwerk Shakespeares (aller Wahrscheinlichkeit nach aus den Jahren 1605 bis 7/8), das er selbst nie aufgeführt hat. Viele Philologen glauben, dass Shakespeare die Arbeit am Werk vorzeitig abbrach, manche gehen davon aus, dass einige Szenen der ersten Druckfassung von 1623 von anderen Autoren...
Andreas Beck eröffnet seine zweite Spielzeit als Intendant des Wiener Schauspielhauses mit zwei Stücken, in denen Autoren aus der Generation Golf Menschen aus der Generation Golfclub beschreiben. Inhaltlich sind sich die Texte von Anja Hilling (geb. 1975) und Volker Schmidt (geb. 1976) nahe; in beiden Stücken werden (Beziehungs-)Probleme unter Besserverdienern von...
