Karlsruhe: Staatstheater, Studio.
Ein Experiment: Stell dir vor, die Superhelden diverser Comics böten dir ihre Hilfe an – wäre das der Beginn eines sorgenfreien Lebens? Fehlt es der Welt schlicht an solchen Rettern?
«Von Helden» hat Intendant Peter Spuhler seine erste Spielzeit am Badischen Staatstheater überschrieben und den jungen Regisseur Tomas Schweigen nun mit den Comic-Heroen betraut.
Schweigen, der ab Herbst zusammen mit Simon Solberg und Martin Wigger interimistisch die Schauspielsparte am Theater Basel leiten wird, recherchierte mit fünf Schauspielern mitten in der Stadt: Auf dem Karlsruher Marktplatz schlüpften sie in ihre erfundenen Figuren Pigmento, Speedflash, Nebel-Woman, BenjaMAN und Die Rote Trompete, verteilten Flyer mit echter Telefonnummer und Facebook-Account und trugen den Menschen ihre «Superkräfte» an. Das Ergebnis, im Theater per Videoclip eingespielt, ist ernüchternd für die Comic-Helden: Was hilft es, schnell zu sein wie der Blitz, Gedanken zu lesen, sich teleportieren und tarnen zu können, wenn eine sitzengelassene Mutter für sich und ihre Tochter eine bezahlbare Wohnung in Ubstadt-Weiher sucht? «Das ist doch kein Auftrag für Superhelden!»
Eingebettet hat Schweigen, Experte für ...
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Theater heute Mai 2012
Rubrik: Chronik, Seite 60
von Barbara Behrendt
Es waren einmal zwei Brüder, die lebten vor langer, langer Zeit und in einer Gegend weit, weit weg von hier. Beide besaßen gemeinsam ein Grundstück mit Garten, darauf nahezu identische Eigenheime, die der ganze Stolz ihrer Bewohner waren. Durch Umstände, auf die hier nicht näher eingegangen werden kann, wurde das Grundstück durch einen undurchdringlichen Zaun...
Die erfreulichen Umstände, die für Anne Lepper zufällig alle Anfang des Jahres aufeinandertrafen, legten dumme Wörter nah. «Shooting Star» zum Beispiel. Zwei Ur-Inszenierungen innerhalb von drei Tagen in der ersten Januarhälfte, ein drittes Stück wurde Anfang März als Hörspiel im WDR ausgestrahlt, dann die Nachricht von der Einladung der Bielefelder Inszenierung...
Zuletzt arbeitete er (ein skrupulöser, ungemein selbstkritischer Autor) an einem Essay, einem Buch über Shakespeares Shylock, wollte, sagte er, den Blick aber auch auf die Titelfigur, Antonio, den Kaufmann von Venedig, lenken: den liebenden Homosexuellen. Denn Ivan Nagel war beides, ein ungläubiger Jude und homosexuell.
Geboren am 28. Juni 1931 in Budapest,...
