In Schönheit erspielt
In Köln dreht das Theater die kulturelle Geometrie der Stadt jetzt um. Das Zentrum ist weit draußen, der Rand ist in der Mitte.
Zum Zentrum wird das immer mehr sich verfestigende Provisorium des «Depots» im Vorort Mülheim. Bis 2019 wird das Schauspiel dort mindestens noch bleiben müssen.
Als «Außenspielstätte» aber hat Intendant Stefan Bachmann sich zumindest für eine Spielzeit einen Platz im Herzen der Stadt erobert: das halbfertige Kleine Schauspielhaus, ein Teil des großen, zur Zeit im Dornröschenschlaf die Fortsetzung der Sanierung erwartenden Komplexes von Schauspielhaus und Oper am Offenbachplatz. Mit den Spielorten tauschten zu Beginn der Spielzeit auch die Spielweisen die Plätze: am Rande die streng formalisierte Pflege eines ewigen Klassikers, im Zentrum die freche Präsentation schnell vergänglicher Gegenwartsbespiegelung.
Alles ist Bühne:
Bachmanns «Hamlet»
Der Traditionsverpflichtung kommt Stefan Bachmann mit einer mit allen Wassern der aktuellen ästhetischen Moden gewaschenen Inszenierung nach. Er setzt dem mit seiner Inszenierung von Horváths «Geschichten aus dem Wiener Wald» in der letzten Spielzeit begonnenen Stil der Reduktion fort. Auf derselben Parkettdrehscheibe ...
Weiterlesen mit dem digitalen Monats-Abo
Sie sind bereits Abonnent von Theater heute? Loggen Sie sich hier ein
- Alle Theater-heute-Artikel online lesen
- Zugang zur Theater-heute-App und zum ePaper
- Lesegenuss auf allen Endgeräten
- Zugang zum Onlinearchiv von Theater heute
Sie können alle Vorteile des Abos
sofort nutzen
Theater heute November 2016
Rubrik: Aufführungen, Seite 20
von Gerhard Preußer
Im schlaffen Zürcher Luxus scheint keinen wirklich etwas umzutreiben. Dagegen hat das Programm des Theaterspektakels einen Aggregatzustand von Dringlichkeit, auch wenn man das im Tableau aus Wiese, See, Spätsommerlicht und Restaurantbuden nicht gleich bemerkt. Es findet in der Roten Fabrik, einer Werfthalle und in temporären Architekturen statt und ist seit seiner...
Von Wuppertal kann man lernen, was man in der Kulturpolitik alles falsch machen kann. Und der Stadt ist tatsächlich etwas Neues eingefallen. Mithilfe eines Gutachtens der Unternehmensberatung Actori hat man die erst seit 2014 amtierende Schauspielintendantin zur vorzeitigen Vertragsauflösung genötigt. Was als Neuanfang zu reduzierten Bedingungen geplant war, wird...
Von einem solchen Ariel können Theater nur träumen: Wenn Heini Koskinen in der Show «Mad in Finland» am Vertikaltuch auf und ab turnt, dann scheint sie nicht nur die Schwerkraft aufzuheben, sondern verleiht ihrer Choreografie mit ihrem koboldhaft androgynen Charisma etwas Magisches. Dass ihre Tücher schwarz und die Scheinwerfer eher schummrig eingestellt sind,...
