Im Zustand der Schmerzlosigkeit
Indien ist aus Sicht vieler Deutscher ein Masala aus Ashram, Ayurveda und Analphabetenquote, oder auch aus Chaos, Kasten, Computerexperten, kurz: ein Gemisch der Ungleichzeitigkeit des Gleichzeitigen. Nicht nur die Entfernung sorgt für das Zerrbild: Indien ist ein ungeheuer komplexes Land mit fast einer Milliarde Menschen, knapp 20 offiziellen, angeblich 400 inoffiziellen Sprachen, eine bunte, fremde Welt. Die uns interessiert.
Warum sonst böten normale deutsche Supermärkte derzeit indische Filme, die berühmt-berüchtigten Bollywoodstreifen an (lange Spieldauer, große Gefühle, Musik, Gesang und Farben und keinerlei Realitätsverdacht), warum sonst hätte sich die diesjährige Bonner Biennale mit dem Thema Indien zum Publikumsrenner entwickelt?
Offeriert wurde eine Woche indische Kultur: Theater, Musik, Kunst, Lesungen. Beim Tanz lag die Auslastung gar bei traumhaften 100 Prozent, aber auch sperrigere Veranstaltungen wie ein deutsch-indisches Symposion «Indien als Modell interkulturellen Lebens?» oder Einführungen in die indische Götterwelt fanden ihr Publikum. Scouts von anderen europäischen Festivals nutzten die Gelegenheit, Kontakte für das eigene Programm zu knüpfen: eine gelungene ...
Weiterlesen mit dem digitalen Monats-Abo
Sie sind bereits Abonnent von Theater heute? Loggen Sie sich hier ein
- Alle Theater-heute-Artikel online lesen
- Zugang zur Theater-heute-App und zum ePaper
- Lesegenuss auf allen Endgeräten
- Zugang zum Onlinearchiv von Theater heute
Sie können alle Vorteile des Abos
sofort nutzen
So sehen pubertäre Träume aus: Die eigene Mutter vor einer großen Menschenmenge bloßstellen mit bohrenden Fragen nach ihrer Kindheit im Nationalsozialismus; auf ein monströses Eisernes Kreuz steigen und mit gestrecktem Arm «Heil Hitler!» ins Volk brüllen; und schließlich mit der Macht des Mikrofons ausgestattet raunende Welt- und Selbsterklärungen an staunende...
Der israelische Künstler Absalon war ein Architekt der Isolation. Seine penibel weißen «Zellen» besaßen Bett, Schrank, Tisch, Stuhl, Mini-Küche, Hock-Klo und Neon-Licht, und wenn es ein Fenster gab, dann nur als Schlitz. Ob die Abschottung in diesen bewohnbaren Monaden erzwungen oder freiwillig sein sollte, Mönchsklause oder Isolationshaft, ließ Absalon offen....
Ich wollte unbedingt etwas mit dem Theater zu tun haben», sagt sie, und dass sie sich immer mal wieder frage, ob sie statt Theaterstücken nicht doch Romane schreiben soll. Mit dem Theater hat sie seit ihrem vierzehnten Lebensjahr zu tun, als sie in einem Züricher Jugendclub spielte und irgendwann zusammen mit Freunden auch kleine Theatertexte entwickelte. Jetzt,...
