Im zermauerten Land
© S. Fischer Verlag GmbH, Frankfurt 2014
«Im zermauerten Land» ist ein Vorabdruck aus:
Günther Rühle
Theater in Deutschland 1945–1966
Seine Ereignisse – seine Menschen
S. Fischer Verlag, Frankfurt am Main 2014,
1.440 Seiten, gebunden, € (D) 46,00/€ (A) 47,30/SFR 61,90,
erscheint am 23. Oktober 2014In der Bundesrepublik war man schon lange stolz auf den erreichten Wohlstand, das Fehlen des Klassenkampfes und darauf, dass Frieden herrschte zwischen Arbeitgebern und Gewerkschaften.
Der neue Kanzler, Ludwig Erhard, als «Vater des Wirtschaftswunders» legitimiert durch den Erfolg seiner Wirtschaftspolitik im Kabinett Adenauer, träumte von einer «formierten Gesellschaft». Im Stolz auf das Erreichte lebte man im Luxusgefühl einer hedonistischen Gesellschaft.
Umso allergischer war man gegen die Störung des Wohlbehagens in der politisch noch immer prekären, kriegsgefährdeten Situation. Die Störung ging aus von den Künstlern. Rolf Hochhuth war auch jetzt wieder der Störenfried. Sein neues Stück «Der Arbeitgeber» kam zwar nicht zustande, aber die Veröffentlichung des Materials brachte den nächsten Konflikt. Überschrift: «Der Klassenkampf ist nicht zu Ende» («Der Spiegel» 22/1965). ...
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Theater heute Oktober 2014
Rubrik: Theatergeschichte, Seite 57
von Günther Rühle
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Die Nachricht von Gottfried Johns Tod erfuhr ich durch die Medien. Das hätte früher, als wir uns kennenlernten, keiner von uns gedacht, nämlich, dass je einer von uns sterben könnte, ganz zu schweigen davon, dass wir nicht ständig übereinander Bescheid gewusst hätten.
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