Im Dunkeln
1899 schreibt der polnischstämmige Brite Joseph Conrad unter dem Eindruck des belgischen Kolonialismus eine Erzählung, die ihn weltberühmt macht: «Herz der Finsternis». Sie erzählt von der Reise des Kapitän Marlow ins Herz Afrikas, in die Wildnis des Kongo, zu Menschen, die, vom europäischen Kolonialismus zu Zwangsarbeitern erniedrigt, gequält, gefoltert und ermordet werden. Hier, im «Herz der Finsternis», trifft er den todkranken Elfenbeinhändler Kurtz.
Er ist Symbol der Zivilisation und zugleich ihrer Barbarei: Gestalt gewordene Gier und Hemmungslosigkeit, ebenso unmenschlich wie lächerlich … Er ist Täter/Opfer, liegt irre geworden im Sterben.
1979 dreht der Amerikaner Francis Ford Coppola unter dem Einfluss von Joseph Conrad den Film «Apokalypse now» und wendet die berühmte Novelle auf den Vietnamkrieg an. Hier erhält der Angehörige einer amerikanischen Spezialeinheit den Auftrag, den abtrünnigen, angeblich wahnsinnig gewordenen US-Colonel Kurtz aufzusuchen und zu töten, mit einem Boot von Saigon aus den Fluss hinaufzufahren. In all seiner Ausweglosigkeit ist dies ein Stoff, an dem man eigentlich nur scheitern kann. Und seine Botschaft ist nicht eben Trost spendend. Joseph ...
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Theater heute Jahrbuch 2013
Rubrik: Neue Stücke der neuen Spielzeit, Seite 175
von Joachim Lux
Seit mindestens 20 Jahren werden die Zuschüsse der Theater seitens der Kommunen gekürzt. Die beiden zentralen Folterinstrumente sind fehlender oder mangelhafter Ausgleich von Tariferhöhungen und fehlender Inflationsausgleich. Für die Träger haben diese Maßnahmen den Charme, dass sie oft unterhalb der öffentlichen Wahrnehmungsschwelle bleiben. Hinzu kommt die...
Als Karin Beier 2007 in Köln ihre erste Spielzeit als Intendantin begann, war nicht nur das Schauspiel Köln in einer unglücklichen Lage. Das deutsche Stadttheatersystem stand in der Kritik von zwei Seiten: zu teuer bei zu geringer gesellschaftlicher Resonanz, kritisierte die Kommunalpolitik (und deren Transmissionsriemen, die Kulturpolitik); zu unbeweglich, zu...
We’re in the money!», jubelt Ginger Rogers auf der Tonspur. Die Performer des Nature Theaters of Oklahoma halten strahlend ihre Gesichter in die Kamera, lassen Dollarscheine regnen und räkeln sich zwischen Ein- und Zehn-Dollar-Noten auf dem Boden. «Ekstase!», ruft Regisseur Pavol Liska.
Mit der Video-Parodie auf den US-amerikanischen Musical-Klassiker «Gold...
