Im Bundesadlerhorst
Kroetz-Uraufführung die zweite: nach der Münchner Premiere von «Tänzerinnen + Drücker» noch ein neues, viel mehr noch nicht aufgeführtes Stück. Weil, wie es heißt, der Autor die a.tonal.theater-Inszenierung von «Die Eingeborene» als ganz wörtlich genommenes Riesen-Kasperltheater zu schätzen wusste, sicher auch, weil keine prominenteren Interessenten Schlange standen (immerhin liegt das Stück seit vier Jahren unaufgeführt in deutschen Dramaturgien), erblicken «Die Trauerwütigen» jetzt in der Kölner und Bonner Freien Szene das Bühnenlicht.
Kroetz hat in seinem Text Groß- und Kleinschreibung abgeschafft, kennt kein Personenregister, führt Holocaust-Gedenken, Welthunger und BSE zusammen, schlägt den Bogen zwischen Homöopathie, Engeln, «weltmarktmordwirtschaft» und erreicht trotz aller Wut und Fassungslosigkeit nie die Schmerzgrenze beispielsweise einer Jelinek-Vorlage. Nichtsdestotrotz hat das a.tonal.theater in diesem Stück den zweiten Teil seiner «Deutschlandtrilogie» gefunden (der erste war eine gelungene Choreografie von Marc Beckers «Wir im Finale», ein beinahe prophetischer Kommentar zum deutschen WM-Sommer 2006), den Text stark gekürzt, die Engel rausgeschmissen und einen ...
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Mit drei Textbänden, einem umfangreichen Kommentar sowie einem Registerband haben jetzt der Literaturwissenschaftler Gunther Nickel und der Dramaturg Alexander Weigel die Schriften eines Theaterkritikers wieder zugänglich gemacht, für den außer wachem kritischen Bewusstsein das passionierte Interesse an dramatischer Weltliteratur und ihrer Darstellung auf der Bühne...
Es ging Schlag auf Schlag: Fünf Jahre nachdem Sony 1964 die Portapak herausgebracht hatte, eine handliche Kamera mit Video Tape Recorder (VTR), veranstaltete die New Yorker Howard Wise Gallery 1969 die erste Ausstellung mit Videoarbeiten, 1977 folgte die documenta 6. Der zuständige Sektionsleiter Wulf Herzogenrath setzte damals das «Medien-Environment» als...
Dieser Oktober war Karin Neuhäusers Oktober. Erst der Gordana-Kosanovic-Schauspielerpreis aus Mülheim. Dann die umjubelte Premiere ihrer eigenen Inszenierung der «Orestie» in Frankfurt/Main. Und schließlich die Übernahme von Werner Schwabs «Präsidentinnen» ins Repertoire des Berliner Maxim Gorki Theaters. Regie: Jan Bosse. Die Grete ist eine ihrer Lieblingsrollen,...
