Hoffnung auf Heilung
Man könnte sich fragen, was es das Publikum interessiert, ob ein Schauspieler eine Vorhaut hat oder nicht – Karsten sagt, er habe eine, Loai dagegen ist beschnitten, und Ayelet hat in ihrem Leben noch nie eine Vorhaut gesehen oder berührt. Man kann mit dieser unverhofft delikaten Information aber auch einen clever entwaffnenden Auftakt inszenieren. Das verklemmte Verhältnis, kulturelle Differenzen und der ganz persönliche Blick darauf oder darunter, das alles steckt schon in dem kleinen biografischen Intro.
Yael Ronens Inszenierung lebt vom schnellen Kontrast aus Selbstreflexion und Selbstironie. «3G» prangt auf den roten T-Shirts der Schauspieler. Ein internationales Label: nicht für die neueste iPhone-Software, sondern für die geschichtliche Codebase, die die jungen Menschen verbindet als «Dritte Generation». Sie stammen aus Deutschland, Israel und Palästina und haben unter Ronens Anleitung mehrere Monate in einem «Work in Progress» private Wurzeln und politische Standpunkte diskutiert: Holocaust und Verantwortung, Siedlungsbau und Schuld, Vorbehalte, Vorurteile.
Statt wohltemperiertem Gutmenschentheater ist daraus ein rougher, tougher, ja in seiner Kraft, Klugheit und ...
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Was für eine seltsame, singuläre Karriere, die sich da zwischen den Theatern von Kassel oder Oberhausen, Berlin und Hamburg, den Opern von Amsterdam oder Paris und Filmretrospektiven in Locarno, Rom und New York bewegt hat!
Werner Schroeter war von Beginn an und blieb bis zuletzt ein Sonderfall – als Filmemacher des deutschen Autorenkinos, als Bühnenregisseur des...
Dea Lohers Territorium ist das Leben der beladenen Menschen, die manchmal dann doch einen gewissen Witz ihr eigen nennen. Frau Zucker ist so eine. Ihr Bein fault allmählich, trotzdem kommt immer mal wieder dieses lakonische «Wäre ich Tankwart, genügte eine Zigarette». Oder die illegalen schwarzen Immigranten Elisio und Fadoul, die am Strand so lange über eine...
