Hinter den Kulissen
Welches Bild soll es sein? Welche optisch-szenischen Übersetzungen will das Theater finden für die Texte, von und mit denen es lebt? Gestaltet es die Welten für die Bühne bloß routiniert – oder setzt es auf Behauptungen, die den Inszenierungen Orientierung geben? Wann und wo beginnt die Handschrift der Bühne; für jeden Bühnenbildner, jede Bühnenbildnerin – und für das Theater selbst?
Tschechows Fabeln vom ungelebten Leben in der russischen Provinz müssen nicht, sie dürfen jedes Mal von vorn erfunden werden.
Christian Kiehl hat für Sebastian Schugs «Drei Schwestern» eine Art geschlossene Gesellschaft entworfen; marod-kahle Wände dichten die Bühne schon kurz hinter dem Portal nach hinten ab, Auf- und Abtritte werden vorzugsweise über eine kleine Treppe nach vorne aus dem Bild heraus erledigt. Und in diesem in sich gefangenen Ort entwickelt das Ensemble das Spiel sehr kollektiv und fast ganz aus sich selbst, fast ohne Requisiten und bei Saal-Licht; dass die jüngste der Schwestern, Irina, den Abend singend eröffnet, als leicht angepunkter Rockstar, muss im Übrigen als Authentifizierung fürs Hier und Heute genügen. Die Weggeschlossenheit dieses Lebens ohne Ausweg und Perspektive wirkt ...
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Theater heute Februar 2012
Rubrik: Chronik Kassel, Seite 50
von Michael Laages
ULRICH KHUON
versteht sein Publikum und bietet für jeden solide Qualität. Mit seiner vertrauenswürdigen, bedenkensstarken Art könnte er das Präsidentenamt wieder in der Mitte der Gesellschaft verankern. Seine ruhige, ausgewogene Rhetorik ist prädestiniert für Weihnachtsansprachen
ANGELA WINKLER
spielt immer mit innigster Glaubwürdigkeit und hat sich auch in...
Per Geburtsdatum sind Anja Hilling, 1975 im Emsland geboren, und Oliver Kluck, 1980 auf Rügen, Fachleute für die Generation der Anfang- bis Mitt-30er, so genannte «Generationenporträts» sind ihre Spezialität. An denen herrscht zur Zeit auch am Büchermarkt kein Mangel: «Wir haben (keine) Angst» nennt Nina Pauer ihr Buch, in dem sie ihre Alterskohorte auf die Couch...
«Wenn man schon Unrecht tun soll, dann um der Herrschaft willen. Das ist das schönste Unrecht!» Diese Tyrannenlogik, die aus dem Zustand der Welt das Unrecht rechtfertigt und Heuchelei und Machtgier feiert, kommt bei Euripides aus dem Mund des Verteidigers der Stadt. Der Angreifer rechtfertigt sich ganz einfach mit Habgier: «Das Geld ist bei den Menschen die...
