Himmel und Hölle
Studio Я, so heißt bis heute die Nebenbühne des Gorki Theaters. Den Namen ausgedacht hat sich Marianna Salzmann, bis 2015 Leiterin des Studios Я, der letzte Buchstabe des kyrillischen Alphabets, bedeutet ICH, und was das wohl sein könnte, so ein ICH, war auch die Frage, die alle wohlgebauten Stücke der 1985 in Wolgograd geborenen russischen Jüdin durchzieht – und immer Frage bleibt.
Mitte der 90er Jahre kam sie als «Kontingentflüchtling» mit ihrer Familie nach Deutschland. Wie Alissa, auch Ali genannt, die Heldin/der Held von Salzmanns erstem Roman «Außer sich».
Ziemlich weit hinten im Buch erzählt Alis Mutter ihrer Tochter, die sich gerade mit Hilfe von Testosteron in einen Mann verwandelt, ihre Geschichte, die Geschichte ihres Я. Und «Alis Gedanken sprangen Himmel und Hölle, versuchten, nicht auf den Linien zu landen. Ein konnte ich nicht denken, das merkte ich, als meine Mutter mir ihr Bild von sich zeichnete.»
Was kann man schon wissen?
Auf der Suche nach dem Я Himmel und Hölle springend, genauso hat Marianna Salzmann, die jetzt in schöner Uneindeutigkeit Sasha Marianna heißt, ihren ersten Roman aus sich herausgebracht. Er heißt «Außer sich» und entstand in Istanbul, wo ...
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Theater heute Dezember 2017
Rubrik: Bücher (12 17), Seite 49
von Barbara Burckhardt
Aachen, Theater
1. nach Preußler, Der kleine Wassermann
R. Kollektiv Zirkusmaria
Aalen, Theater der Stadt
2. Shakespeare, Macbeth
R. Tonio Kleinknecht
Altenburg/Gera, TPT
3. Dyrek, Venedig im Schnee
R. Klaus Hoser
Augsburg, Theater
31. Projekt, Tatort Augsburg.
Folge 2: Als die Bilder tanzen lernten
R. David Ortmann
Bamberg, E.T.A.-Hoffmann-Theater
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Gründungsmythen sind Überlebenskitt. Zumal für eine Theaterfamilie, die jahrelang ein Stadtnomadendasein führt, die unermüdlich Nachkommen heranzieht, Nestflüchtlinge ziehen lässt, und deren Energie sich aus der jugendlichen Rebellion gegen alles Institutionelle speist. Der Gründungsmythos des Jungen Theaters Basel ist festgehalten auf einem Schwarzweißbild mit...
Lasset die Kindlein zu mir kommen! In der Pose des gütigen Vaters, der kleine Jungs und Mädels liebevoll in die Backen kneift, haben sich Diktatoren, wie kinderlos auch immer, stets gerne abbilden lassen. Von Wladimir Iljitsch Lenin sind solche Aufnahmen nicht überliefert, was schlicht daran liegen mag, dass die Zeit seiner Herrschaft zu kurz und zu unruhig war,...
