Christian Baumbach (Menelaos), Hilke Altefrohne (Helena) und Isabelle Menke (Helena) in Karin Henkels Mythenbearbeitung «Beute Frauen Krieg» im Schiffbau des Schauspielhauses Zürich; Foto: Toni Suter
Helden verlogener Konflikte
Der Krieg ist aus, Troja zertrümmert, Tausende liegen tot in den Gassen. Ein schäbiger Trick hat die stolze Stadt zu Fall gebracht, nach zehn zermürbenden Jahren griechischer Belagerung, und was sind schon die paar Stunden Angst, die Odysseus (Fritz Fenne) und sein Stoßtrupp im dunklen Bauch des hölzernen Pferdes aushalten, gegen das Gemetzel, das sie unter den Schlafenden anrichten, und gegen das Schicksal, das den trojanischen Witwen und Töchtern als griechischen Trophäen blüht: Schändung, Verschleppung, Versklavung. Schrecken ohne Ende nach dem Ende mit Schrecken.
In der Stunde der Niederlage setzen «Die Troerinnen» ein, eines der beiden Stücke des attischen Dramatikers Euripides, aus denen Regisseurin Karin Henkel den Stoff für ihr Antiken-Projekt «Beute Frauen Krieg» bezieht. Der Titel sagt es schon: Hier geht es um die Frauen, deren Zukunft in der Schlacht um Troja ausgelöscht wird, es geht um Opfer und Ohnmacht – und vor allem geht es um vielstimmigen Einspruch gegen die historische Sprachregelung der Sieger.
«Mord ist kein Sieg», sagt etwa Hekabe. Schwarzer Mantel, verfilztes Haar, ruhelose
Augen, so durchmisst die Königin von Troja den Laufsteg auf der langgestreckten Arena, ...
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Theater heute Februar 2018
Rubrik: Aufführungen, Seite 24
von Stephan Reuter
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