Heiteres Ikonenbashing

Dusan David Parizek inszeniert am Wiener Volkstheater die Nationaldichter Bernhard und Handke: «Alte Meister» und «Selbstbezichtigung»

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Der kleine Reger. Ein Schwarzbuch der abendländischen Kunst und Kultur» heißt der Abschnitt im Programmheft zu Thomas Bernhards «Alte Meister», in dem der Dramaturg Roland Koberg von B wie «Beethoven» bis Z wie «Zeitungen, österreichische» prominente Vernichtungshöhepunkte der Textfassung verschlagwortet hat. Gustav Mahler? «Der überschätzteste Komponist des Jahrhunderts.» Wolfgang Amadeus Mozart? «Voller Unterröckchen- und Höschenkitsch.» William Shakespeare? «Die Sätze gehen uns auf die Nerven.» Martin Heidegger? «Ein Voralpenschwachdenker.

» Die sogenannten freien Künstler? «Skrupellose Verlogenheitsenthusiasten, die sich dem katholischen Staat angebiedert haben.» Der Papst? «Ein genauso hilflos-grotesker Mensch wie alle anderen auch.» Und der Anfang allen Übels, der Staat: «Wir sehen, wohin wir schauen, nur Staatskinder, Staatsschüler, Staatsarbeiter, Staatsbeamte, Staatsgreise, Staats­tote.»
Verständlich, dass Thomas Bernhard seinen 1985 erschienenen Prosaband der Gattung Komödie zuschlug. Denn was gibt es Komischeres als ein heiteres Ikonenbashing – und als unglückszerfressene Kritiker, vor deren Augen nichts und niemand Gnade findet? Natürlich verbirgt sich hinter den nicht ...

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Theater heute Dezember 2015
Rubrik: Aufführungen, Seite 24
von Eva Behrendt

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