Hamster in der Box

Kathrin Röggla «die unvermeidlichen»

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Eine «Wohlfühlkonferenz über allgemeine Zukunftsfragen» könnte es werden. Zuerst einmal geht es für die Dolmetschhamster in ihren schallisolierten Zellen allerdings darum, ob die Räuspertaste funktioniert und die Chinesen vielleicht doch noch kommen. Sie kommen dann natürlich nicht, die Chinesen, dafür erscheint einer der Minister und gibt dem Kollegen aus Spanien endlich Gelegenheit, den Simultantorero auszupacken. Er darf mit zu einem der streng geheimen Hintergrundgespräche, bei denen genau so wenig rumkommt wie vorne an der Konferenzfront.

Dass er dennoch mit stolzgeblähter Brust auf dolmetschende Newcomer herabblickt, gehört genau zum Repertoire einer Zunft, die sich mit Journalisten natürlich auf keinen Fall einlassen darf. Schließlich ist man Geheimnisträger.

Kathrin Röggla recherchiert nicht nur journalistisch akribisch, sie interessiert sich auch für den dramatischen Faktor «Mensch». Das ist auch im Fall von «die unvermeidlichen» so, obwohl Simultandolmetscher ja eigentlich «nur» dem Sprechtempo eines Redners folgen sollen. Interessanterweise hat Marcus Lobbes sich jedoch weniger auf den emotionalen Untergrund des Röggla-Textes eingelassen, sondern die in der ...

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Theater heute April 2011
Rubrik: Chronik, Seite 54
von Jürgen Berger

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