«Hammer, super, geil! Endlich!»
Da hocken sie wieder, wie jedes Jahr, und draußen in der Welt rauscht das Leben vorüber. «Oh Gott, ist das öde und blöde», stöhnt Anna Petrowna mit Blick auf all die Dummschwätzer und Luschen, die sich auf ihrem Gut versammelt haben und nur auf eines warten: das Mittagessen. Dick sind sie geworden, der Winter war lang. Ihre Leiber schwitzen in der Sonne, und in ihren dumpfen Hirnen brutzelt eine Ahnung: Es wird mal wieder ein langweiliger Sommer gewesen sein.
Aber vielleicht geht ja doch was, schließlich ist da noch Platonow. Wenn einer was aufmischt, dann er.
Früher, an der Uni, muss er ein toller Hecht gewesen sein, berühmt für seine radikalen Reden. Die Studentinnen sahen in ihm einen zweiten Lord Byron, er selbst hielt sich für einen «zukünftigen Minister für außerordentliche Angelegenheiten». Dass er nichts dergleichen geworden ist, sondern nur ein kleiner Dorfschullehrer, nimmt er sich selber übel – auslassen aber tut er es an den anderen. Er mobbt sie und foppt sie, putzt sie runter und führt sie vor. Sie lassen sich’s gefallen und bewundern ihn trotzdem. Die Frauen werfen sich ihm reihenweise an den Hals, und wenn er sie wegstößt und beleidigt, liegen sie ihm um so ergebener ...
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Der Gegenwartsautor ist im Zeitalter von Projekten und omnipotenten Regisseuren zu einer knöchernen Existenz erstarrt: altmodisch, lästig, rückständig in seinem Beharren auf Sprache, anmaßend in dem Glauben, einem Text könne vertraut werden. Katharina Schmidt, Jahrgang 1980 und Absolventin des Studienganges «Szenisches Schreiben» an der Universität der Künste...
Jüngst für ein Buchprojekt gebeten, sich über ihre Arbeit zu äußern, lieferte Muriel Gerstner einen aufschlussreichen Text ab, einen Text, der in seiner Form zunächst überrascht, versteckt er doch seine Auskünfte in einem kleinen Stück Prosa. Mit einem Empfehlungsschreiben in der Hand steht M. – die Annahme, dass es sich hierbei um die Schreiberin handelt, ist...
Als Hasko Weber im Herbst vergangenen Jahres seine Intendanz am Staatsschauspiel Stuttgart antrat, drückte er den Schwaben gleich mal eine Faust aufs Auge: Als Logo wählte er eine geballte Hand, das Zeichen der Arbeiterbewegung und des Klassenkampfs. Weiß, auf olivgrünem Grund, umrandet vom Kreis des Copyright-Zeichens, prangte es auf T-Shirts, Plakaten und...
