Glück entlaufen

Laura de Weck «Für die Nacht» (U, Schauspielhaus)

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Die Buchstaben sagen nichts und strahlen dennoch Bedeutsamkeit aus. 13 Stück sind es, lebensgroß. In der Lichtinstallation (Bühne: Raimund Bauer) Sinn und Ordnung zu erkennen, gar eine chiffrierte Botschaft zu entschlüsseln, zählt zu den anspruchsvolleren Denksportaufgaben dieses 50 Minuten kurzen Theaterabends. Man kann die Leuchtlettern gruppieren, je nach Blickwinkel, zu «Hirn» und «Her», «Ehe» und «Hint», wohl auch zu «erinnert». Doch das Rätsel löst sich nicht, eine sinnlose Restmenge bleibt.



Damit ist schon einiges über Laura de Wecks drittes Theaterstück gesagt. «Für die Nacht» spielt im Nirgendwo, im unbestimmten Raum zu unbestimmter Zeit. Es geht um einen
Mann, der im Rollstuhl sitzt: Vincent Leittersdorf schiebt einen leicht herrischen Tonfall
vor sich her, da hadert ein Mensch damit, dass er dauerhaft auf fremde Hilfe angewiesen ist. Mit seinem Sohn (Benjamin Kempf) reicht es kaum zum Austausch von Belanglosigkeiten: Emotional stehen sie sich so nah wie Fremde, die einander auf einer engen Treppe rempeln und anraunzen – also so nah wie Vali, die Pflegerin (Katharina von Bock), und der Penner (Martin Hug). Dass sich diese beiden Szenen auf der Bühne parallel abspielen, ...

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Theater heute Juni 2011
Rubrik: Chronik, Seite 51
von Stephan Reuter

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