Gegenwart total
Jetzt ist die Gegenwart. Alles geschieht jetzt. Aber es ist zu viel, um alles zu verstehen. Das Theater ist die Kunst des Jetzt, die Kunst der Gegenwärtigkeit von Schauspielern und Publikum und die Kunst der Orientierung in der Zeit, damit wir verstehen, wo die Gegenwart in der Geschichte denn steht. Wie kann das Theater uns unsere Gegenwart verständlich machen, ohne ihre grundsätzliche und neuartige Unverständlichkeit zu unterschlagen? Das Dortmunder Schauspiel hat eine Antwort: «Es gibt nichts zu verstehen. Aber viel zu erleben. Wie im Leben.» Der flotte Spruch übertreibt.
In Kay Voges’ Groß-Projekt «Die Borderline-Prozession» gibt es vieles zu verstehen, so viel, dass man gar nicht aufhören kann, verstehen zu wollen.
Live-Regie: Kay Voges
Mit diesem Projekt setzt Kay Voges seine Versuche, das Verhältnis des Theaters zu den technischen Medien neu zu bestimmen («Nachrichten aus dem All», «Hamlet», «Das goldene Zeitalter», «Die DIE-Show») fort und steigert die inszenatorische und gedankliche Komplexität. Diesmal steht ihm die große Halle des «Megastore» im Stadtteil Hörde zur Verfügung, die Ausweichspielstätte während der Renovierung des Schauspielhauses. In diesen leeren Raum ...
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Theater heute Juni 2016
Rubrik: Aufführungen, Seite 22
von Gerhard Preußer
Der Sommer naht, die Festivalsaison rollt an. Den Anfang macht das Brüsseler Kunstenfestival, das jährliche Hochamt der internationalen Performance-Kunst
Gleich neben Bochum liegen Essen, Dortmund, Oberhausen, und von dort ist es nicht weit nach Düsseldorf oder Wuppertal. Ein Report von Rhein und Ruhr, der dichtesten Theaterlandschaft der Welt
Baby will nicht...
Kaum hat das Mülheimer Stückefestival seine Preise verteilt, klopfen am Deutschen Theater Berlin die Autorentheatertage an die Pforte. Als Sieger fest stehen jetzt schon Dominik Buschs «Das Gelübde» (R: Lily Sykes) über einen Arzt ohne Grenzen, Stefan Hornbachs «Über meine Leiche» (R: Nicolas Charoux), ein Stück über zwei sehr unterschiedliche Todgeweihte, sowie...
Plappern Pizzaschachteln plötzlich los, ist man unter Umständen in einem Theatertext des Schweizer Autors Lukas Linder. In Bonn jedenfalls ist das so. Dort spricht ein gewisser Franz aus einer Verpackungspappe, was eine gewisse Nelly dann doch ziemlich überrascht. Die Stimme aus dem Karton ist die ihres Zwillingsbruders. Komisch, gibt es den überhaupt noch? Ist der...
