Galionsfigur der Krise
Wie wäre es, könnte man an dieser Stelle nicht nur von Plänen erzählen, sondern wüsste schon, wie das Stück und seine Inszenierung würden? Wäre das wünschenswert? All die kühnen Ideen, Hoffnungen und Projekte blühen doch am buntesten in der Vorstellung. Es ist die Lust am Risiko und, allen Einwänden zum Trotz, der Wunsch, das Theater, die Kunst einmal mehr auf die Probe zu stellen, die Theaterleute antreibt. Also rufen wir uns beherzt «toi toi toi» zu, bannen den Belzebub, und wissen doch, es bleibt, wie es immer war: Alles wird anders als (aus)gedacht.
In Zeiten wie unseren, in denen der Begriff «Krise» zum geflügelten Wort geworden ist, tritt sehr rasch die Figur der Kassandra auf den Plan. Jedermann ergeht sich in neuen Hiobsbotschaften, Schwarzsehen hat Konjunktur. Aber all das hat mit Kassandra und ihren legendären Zwischenrufen wenig zu tun. Es geht um die Botschaft, nicht um die Person, die sie verkündet.
Kevin Rittberger schreibt auf Anregung unserer Hausregisseurin Felicitas Brucker ein neues Stück für das Schauspielhaus Wien. Kassandra wird im Mittelpunkt stehen und ebenso die Frage: Wie begegnen wir ihr heute, oder besser: Wie sieht es heute aus, wie ...
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Uraufführungen
A Swetlana Alexijewitsch Vom Ende des roten Menschen (Schauspiel Hannover) ·· Lola Arias Familienbande (Münchner Kammerspiele) ·· Thomas Arzt Grillparz (Schauspielhaus Wien) ·· andcompany&Co. West in Peace – Der letzte Sommer der Indianer (Hebbel am Ufer, Berlin) ·· Auftrag : Lorey Geld (Schauspiel Frankfurt) ·· Jörg Albrecht noch ohne Titel (Theater...
Christoph Schlingensief ist nicht Erster geworden, aber gewonnen hat er auf der ganzen Linie. Kaum ein Künstler hat dieses Jahr im Theater für so viel Diskussionsstoff gesorgt wie der Regisseur, der seine Krebserkrankung und die damit verbundenen Zweifel, Ängste und Hoffnungen offensiv künstlerisch und in der Öffentlichkeit thematisiert hat. Und keiner wurde in so...
Ich habe einen Preis bekommen für ein Stück, das zu einem großen Teil aus Reden besteht. Das müßte man nicht eigens betonen, aber es gibt ja auch Stücke, in denen keiner spricht. Boten berichten von etwas, von dem man nicht sprechen kann (im Unterschied zu Stücken, in denen man nicht unbedingt sprechen muß, aber darf) und von dem sie noch dazu ein Teil sind. Sie...
