Friedhof der Kuscheltiere
In seinem Debüt «Feuergesicht» (1998) beginnen zwei Jugendliche einen selbstmörderischen Kampf gegen die Welt der Erwachsenen. Erst fackeln Kurt und Olga, ein inzestuöses Geschwisterpaar, ihre Schule ab. Dann töten sie im Blutrausch die eigenen Eltern. In «Freie Sicht» (uraufgeführt 2008 beim Adelaide Festival, Australien) beschreibt Marius von Mayenburg Terror und Gewalt in der bürgerlichen Kleinfamilie und den Verlust der inneren Sicherheit aus der Perspektive der Erwachsenen.
Jetzt sind es die Eltern, die ihre Kinder besorgt und argwöhnisch ins Visier nehmen.
Mayenburg nennt sie einen «Schwarm». Die nicht weiter individualisierten Erwachsenenstimmen erzeugen einen eigenartigen Sound. Da sind Eltern, die von der plötzlichen Veränderung ihrer zehnjährigen Tochter sprechen. Eine «innere Verhärtung» haben sie bei ihr festgestellt. Schnell entsteht ein Netzwerk von Betroffenen. Auch andere berichten von Verhaltensauffälligkeiten. Beunruhigend ist auch, dass im Supermarkt alle Pfirsichkonserven ausgetauscht und die U-Bahnhöfe desinfiziert wurden. Und dass ein kleines Mädchen seine Puppe im Sandkasten vergräbt. Eine Selbsthilfegruppe entsteht. Angst schweißt die Eltern zusammen – ...
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Alles falsch». So steht es in großen farbigen Lettern auf einem Plakat in dem sparsam eingerichteten Café «kwadrat» im Düsseldorfer Stadtteil Pempelfort, das Kathleen Morgeneyer für unser Treffen vorgeschlagen hat. Teil der Inszenierung? Sollte Stanislawski das hier aufgehängt haben, oder Strasberg oder ein anderer gestrenger Kunsterzieher? Ist die karge Bühne für...
In der Höhe» ist ein Gasthof oberhalb von Salzburg in der Nähe der Irrenanstalt, in dem ein Gerichtssaalreporter und Aushilfslehrer am Mozarteum, der eine vage Ähnlichkeit mit Thomas Bernhard besitzt, mit der Vorstellung des Selbstmords experimentiert. Er macht einen Retttungsversuch im Schreiben und notiert die Elemente, aus denen er zusammengesetzt ist: sein...
Ich habe einen Preis bekommen für ein Stück, das zu einem großen Teil aus Reden besteht. Das müßte man nicht eigens betonen, aber es gibt ja auch Stücke, in denen keiner spricht. Boten berichten von etwas, von dem man nicht sprechen kann (im Unterschied zu Stücken, in denen man nicht unbedingt sprechen muß, aber darf) und von dem sie noch dazu ein Teil sind. Sie...
