Freie Szene: Lost in Cooperation
München und das freie Theater, das war durchaus mal eine Liebesbeziehung, damals in den 1970er und 80er Jahren, als sich allerlei wilde Vögel ungefragt und anfangs auch ungefördert in Kellern und Hallen ans Werk machten, um das Theater in eine von Material und Form her unbegrenzte Dimension zu öffnen, die man sich an den großen Häusern da noch lange nicht vorstellen konnte. Heutzutage ist vieles anders, die zwischenzeitlich erkämpften Subventionen für die Freien sind nicht nur immer noch knapp, sondern werden auch wieder zunehmend an formale Bedingungen geknüpft.
Die Stadt wünscht sich internationalen Glanz von «ihren» Künstlern und erwartet Projektanträge, die nicht nur künstlerische, sondern auch Mindestlohn-, Migrationsanteils- und Gendermainstreaming-Anforderungen erfüllen. Die überregionale Ausstrahlung hält sich trotzdem in Grenzen, und die Organisatoren der Veranstaltungsreihe «Monokultur München» rund um den Autor Matthias Hirth und den Performer Holger Dreissig halten das Label «Made in Munich» im Kunstbereich gar für rufschädigend. Diesem Dilemma gegenzusteuern, gab es immer wieder Initiativen, wie das zunächst von Theatermacher Gert Neuner 2008 fast ...
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Theater heute Dezember 2016
Rubrik: Magazin, Seite 76
von Silvia Stammen
Wer schon immer mal wissen wollte, wie es Menschen wie Iggy Pop geht oder weiland Lemmy von «Motörhead» oder Janis Joplin, der sollte Simon Stephens’ letztes Stück «Birdland» lesen (und sich nicht daran stören, dass es darin vor Klischees nur so wimmelt). Lesen wohlgemerkt, denn wenn man sich die deutsche Erstaufführung im Nationaltheater Mannheim ansieht,...
Die Zeitungen sind auch an dem Morgen, an dem dieser Artikel entsteht, voll. Voll von deutschen Waffen, die im Ausland töten. Jemen. Nordafrika. Ganz aktuell. Die Rüstungsindustrie auf dem Vormarsch. Kein Geheimnis, vielleicht ein Tabu, unsere Gewehre verkaufen sich nun mal gut. Besonders die aus Oberndorf, einem kleinen Ort in Schwaben, wo gleich zwei große...
Andrzej Wajda: Ich habe nicht viel Zeit, verstehen Sie. Wer 90 ist, ist ein alter Mann. Deswegen beeile ich mich und denke schon an den nächsten Film. Solange ich stehen kann, ausreichend Kraft habe, um mich beim Filmteam durchzusetzen, solange werde ich drehen.
Donata Subbotko: Hatten Sie vor, so alt zu werden?
Wajda: Nein. Als der Krieg zu Ende ging, war ich 19,...
