Martin Müller-Reisinger (Der Wirt) und Hartmut Stanke (Bruscon, der Theatermacher); Foto: Birgit Hupfeld
Freiburg: Stänkern und stümpern
Jeden Dienstag Blutwursttag. Und hintennach Theater. Das ist ein bisschen viel Event für ein Kaff wie Utzbach – oder «Uuhtzbach», wie Bruscon den Ortsnamen auszuspucken pflegt, wohl um seine Geringschätzung dafür auszudrücken, dass es ausgerechnet ihn, den Staatsschauspieler, zum Gastspiel in den hiesigen «Schwarzen Hirsch» verschlagen hat.
Der Dorffestsaal, den Kaspar Zwimpfer ins Freiburger Kleine Haus gebaut hat, ist allerdings auch das Negativ einer Renommierbühne.
Blinde Scheiben, speckige Täfelei, morsche Falttür, ein modriges Podest, draußen grunzen gierig die Säue, drinnen schweigt feindselig der Wirt (Martin Müller-Reisinger), und wenn Hartmut Stankes Bruscon den angefeuchteten Finger in die Luft hält, dann stellt er rasch verächtlich fest, sein Finger trocknet nicht. Nicht in dieser Provinzschwüle.
Dass «Der Theatermacher» von Thomas Bernhard einmal so klassisch auferstehen könnte, wie ihn Intendant Peter Carp im Mai zum Abschied aus Oberhausen und jetzt am Theater Freiburg eingerichtet hat, ist eigentlich schon die größte Überraschung, die die Inszenierung fürs Publikum bereithält. Vom ersten Moment an dünstet das Stück den Stallgeruch von Thomas-Bernhard-Stücken der ...
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Theater heute Januar 2018
Rubrik: Chronik, Seite 64
von Stephan Reuter
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