Freaks und Ökopenner

Petras nach Euripides «Ion»

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«Ion», Euripides’ Stück um Erkennen und Erkenntnis, wird auf deutschen Bühnen nur selten gegeben. Armin Petras versucht sich dennoch an dem Stoff, verzichtet aber weitgehend auf Euripides und reduziert das Stück auf seine Hülle, um aus der Tragödie ein urkomisches Spektakel zu machen. In aller Kürze: Ion (Manolo Bertling) ist das Ergebnis einer Affäre zwischen Apollon (am Anfang und Ende als Sänger: Martin Krumbiegel) und Kreusa (Cordelia Wege), der Thronfolgerin von Athen.

Sie konnte oder wollte das uneheliche Kind nicht haben und setzte es aus, worauf sich der Gottvater seiner erbarmt und klammheimlich bei seiner Außenstelle in Delphi abliefert, wo der Knabe nun zu einem holden Jüngling heranwächst.

Hier setzt das Stück ein. Bertling stellt Ion wenig heroisch als unmotivierten Aushilfshausmeister mit rotem Eimer dar. White Trash statt Götterglam. Xhutos (Ingolf Müller-Beck), der Ehemann von Kreusa, zieht wegen andauernder Kinder­losigkeit nach Delphi. Das Orakel weis­sagt ihm, der Erste, dem er am Ausgang begegne, sei sein Sohn – und da steht natürlich Ion mit seinem roten Eimer herum. Beide sind gleichermaßen begeistert von der Aussicht auf gegenseitige Verwandtschaft. Kreusa ...

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Theater heute August/September 2013
Rubrik: Chronik: Leipzig, Seite 59
von Torben Ibs

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