Frauenzimmerchen!

Andrea Breth verlegt an der Wiener Burg Lessings «Minna» ins Hotel Krieg

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Für jeden Hotelmanager wäre es eine echte Herausforderung: Quadratmetergroße Wasserflecken auf den kahlen Wänden, die halbe Decke mit durchlöcherter Plastikverscha­lung hängt absturzgefährdet wind­schief, der Fußboden sieht aus wie nach einem mittleren Raketenangriff. Die Bruchbude ist keinen halben Stern mehr wert und muss nach gerade überstandenem Krieg dringend aufgemöbelt werden.

Doch Udo Samels Wirt  schwebt zur noch vorhandenen Tür herein mit öligem Charme, gesichtszerreißend zufriedenem Grinsen, und trötet auf den Vokalen, als ob die Welt in der komfortabelsten Ordnung wäre. Alles halb so schlimm, signalisiert der darstellernde Wonneproppen, schlimmstenfalls «ein Lustspiel». Mit was auch immer Andrea Breths Inszenierung zu tun hat, Wirklichkeit wird man es kaum nennen können.

Der siebenjährige Krieg, nach dessen Ende «Minna von Barnhelm» datumsgenau spielt, war eine blutige und für Preußen um ein Haar fatale Aggres­sionskampagne: 7 große Feldzüge, 17 ausgewachsene Schlachten, kleinere Kampfhandlungen sowie Belagerungen nicht mitgerechnet. Danach war die Bevölkerung um über 10 Prozent dezimiert, 180.000 Soldaten und 1500 Offiziere umgekommen, die männli­chen Linien ganzer ...

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Theater heute Februar 2006
Rubrik: Aufführungen, Seite 12
von Franz Wille

Vergriffen
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