Erzählen, wie es wirklich war
O Gott, wenn die mich jetzt erschießen …» Es war Todesangst, die Heidelore Rutz packte, als man sie am 30. Juli 1975 nach einer Demonstration von Ausreisewilligen in Jena verhaftete und in den Keller einer Stasi-Station warf. Was folgte, waren die Qualen der Verhöre, der Angst, Ungewissheit, Gewalt; dann ein Prozess und jahrelanger Knast mit Schwerstarbeit im Akkord.
So war das im Menschengefängnis DDR. Wer aufmuckte, den traf als «Vaterlandsverräter» die Wucht einer menschenverachtenden Gesetzgebung.
Von diesem Grauen alltäglichen sozialistischen Terrors erzählen 15 Opfer, die sich eben nicht «besaufen können an Vergesslichkeit»: in dem dokumentarischen Theaterprojekt «Staats-Sicherheiten. Schicksale aus dem Gefängnis», initiiert von der Malerin Renate Kreibich-Fischer, der Publizistin Lea Rosh und uraufgeführt am Hans-Otto-Theater Potsdam mit deutschlandweit steigendem Interesse.
Kein Wunder! Diese Innenschau politischer Paranoia wird unter Clemens Bechtels Regie durch die beherrscht-sachlichen, gleichsam privaten, nie auswendig Gelerntes zitierenden Erinnerungs-Auftritte der Ex-Sträflinge weniger zum Anklage- als zum erschütternden, berührend würdevollen Aufklärungstheater. ...
Weiterlesen mit dem digitalen Monats-Abo
Sie sind bereits Abonnent von Theater heute? Loggen Sie sich hier ein
- Alle Theater-heute-Artikel online lesen
- Zugang zur Theater-heute-App und zum ePaper
- Lesegenuss auf allen Endgeräten
- Zugang zum Onlinearchiv von Theater heute
Sie können alle Vorteile des Abos
sofort nutzen
Mülheim, internacional
La alcaldesa, Dagmar Mühlenfeld, invita al teatro de los «Stücke '09». Les damos nuestra más cordial bienvenida a los 34° Días de Teatro de Renania del Norte-Westfalia «Stücke ’09», el festival de nuevo teatro en lengua alemana. El organismo de selección ha nominado siete extraordinarias obras de teatro de impactantes puestas en escena. Es ya...
In Christian Petzolds Filmen wird wenig gesprochen und viel gezeigt: Gesichtslose Stadt- und Landschaftsräume in Wolfsburg oder Jerichow, Durchgangsstationen einer unwirtlichen Moderne, durch die sich Menschen wie Zombies einer entfremdeten Gegenwart bewegen. Gespensterreiche, aufgeladen mit den sprechenden Requisiten einer gleichgeschalteten Konsumwelt. Im...
Rocko Schamonis Roman «Dorfpunks» ist schon gut, aber die Theaterfassung, die Schamoni zusammen mit seinen Studio-Braun-Kumpels Heinz Strunk und Jacques Palminger geschaffen hat, ist noch besser. Denn sie fügt der humorvollen Sozialstudie über Rebellion in der Provinz noch ein paar Dimensionen hinzu. Auf der Bühne des Deutschen Schauspielhauses in Hamburg geht die...
