Erobern, nicht bedienen

Die wirklich interessanten Innovationen finden heute im Fernsehen statt: über den amerikanischen Serienhype und seine deutschen Kopien

Theater heute - Logo

Es gibt da diese eine These, die man im letzten Jahr mehr und mehr hörte, sobald die Rede auf Fernsehen und Kino, auf Stars und TV-Sternchen kam. Das Fernsehen sei mittlerweile interessanter, wenn nicht gar «besser» als das Kino. Noch hat diese These mehr den Status eines Gerüchts; man hört das immer wieder, aber man weiß nicht so recht, ob es nun wirklich stimmt. Auch kommt die Rede von der Überlegenheit des Fernsehens ausgerechnet aus jenem Land, dessen Talk- und Realityshows seit jeher einen denkbar schlechten Ruf haben, den USA.

Und selbst wenn in den USA durch Entwicklungen vor allem im Serien-Bereich das Fernsehen an Renom­mee hinzugewonnen hat, bedeutet das doch noch lange nicht, dass es im deutschen Fernsehen automatisch genauso wäre.

Zunächst zu den Fakten: Hollywood, also die amerikanische Filmindustrie, verzeichnet in diesem Jahr einen «dramatischen» (wie es immer so heißt) Rückgang der Kinobesucher. Noch sind die Bilanzen nicht abgeschlossen, noch hofft alles auf das große Geschäft mit den Jahresend-Blockbustern und diversen Weih­nachtsfilmen, aber die Rede geht von minus 20 Prozent. In den meisten europäischen Filmmärkten, in Italien und Deutschland zum Beispiel, sind ...

Weiterlesen mit dem digitalen Monats-Abo

Sie sind bereits Abonnent von Theater heute? Loggen Sie sich hier ein
  • Alle Theater-heute-Artikel online lesen
  • Zugang zur Theater-heute-App und zum ePaper
  • Lesegenuss auf allen Endgeräten
  • Zugang zum Onlinearchiv von Theater heute

Sie können alle Vorteile des Abos
sofort nutzen

Digital-Abo testen

Theater heute Dezember 2005
Rubrik: Medien/TV, Seite 70
von Barbara Schweizerhof

Vergriffen
Weitere Beiträge
Zurück auf Anfang

Sechs Jahre nach dem Ende des Krieges waren Fritz Kortner, Bertolt Brecht, Wolfgang Langhoff, Berthold Viertel, Ernst Deutsch, Carl Zuckmayer, die bekanntesten von denen, die 1933 ins Exil gegangen waren, längst wieder im Land. Die deutschen Theater spielten volles Programm, viele noch auf Behelfsbühnen – aber der Wiederaufbau ihrer zerstörten Häuser kam in Gang....

Danke für das neue Denken

Wer Hans Christian Andersens anlässlich seines 200. Geburtsjahres gedenkt, dem fallen zwar Streichholz­mädchen, Seejungfrauen und Schneeköniginnen ein, aber keine einzige Dra­menfigur. So bekannt der dänische Dichter als Märchenerzähler ist, so we­nig weiß man über ihn als Theaterautor, der die Bühne glücklos liebte und insgesamt immerhin rund 40 Schauspiele und...

Pappnasenleben

Duftspray duftet, weil der Mensch bisweilen stinkt. Und ein Lustspiel macht sich lustig, weil der Mensch bis­weilen stänkert. Nun hat das eine mit dem anderen wenig zu tun, es sei denn, Herbert Fritsch inszeniert den «Geizigen» in Luzern. Der Regisseur lässt das Parkett im Prolog mit einer WC-frisch-verdächtigen Parfümwolke einnebeln. «Viel Spaß», wünscht der...