Erb oder stirb

Armin Petras reanimiert «Bauern sterben» von Franz Xaver Kroetz im Werkraum der Münchner Kammerspiele und Alexander Riemenschneider spielt «räuber.schuldengenital» von Ewald Palmetshofer im Marstall des Residenz­theaters nach

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Heimkommen kann traumatischer sein als Aufbrechen. Wut und Schwung sind aufgebraucht, die kühnsten Träume haben sich in Asche verwandelt, und die Kräfte reichen gerade noch, um ins kalte, längst nicht mehr gemachte Bett zurückzukriechen – so es irgendwo noch so etwas wie ein Elternhaus gibt – oder sich auf dem Familiengrab einschneien zu lassen.

Zumal, wo sich die altbekannten Fronten im Generationenkrieg in letzter Zeit gründlich umgekehrt haben: Im abgesicherten Modus bürgerlicher Saturiertheit ergraut, lassen es Alte im Ruhestand so richtig krachen, während die Jungen mehr oder weniger perspektivlos im Prekariat dümpeln und neidisch auf das Rentenglück der Eltern schielen wie auf ein für immer verlorenes Paradies. Zwei Spielarten dieser gar nicht mehr romantischen Aufbruchs- und Heimkehrgeschichte sind derzeit in München zu sehen, getrennt durch die Maximilianstraße, eine Generation (Dramatiker-) Leben und noch vieles mehr, versteht sich.

Wiederbelebung eines Schocks

Knapp 30 Jahre ist Franz Xaver Kroetz’ dramatisches Fragment «Bauern sterben» inzwischen alt, das laut Autor irgendwo zwischen Landshut und Kalkutta spielt und von Flüchtlingen handelt, die «in keiner ...

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Theater heute Juli 2013
Rubrik: Aufführungen, Seite 24
von Silvia Stammen

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