Eine Stadt spielt Monopoly
Als das Kölner Schauspielhaus am 8. September 1962 eröffnet wurde, hatten hier Schillers «Räuber» Premiere. Die lassen es bekanntlich krachen, und das macht sich, um einen Anfang zu setzen, immer gut. Schon elf Jahre zuvor hatte Düsseldorf mit demselben Stück sein Schauspiel von der Oper getrennt, und so war der Rivalität der beiden Diven am Rhein einmal mehr Genüge getan.
Der Regisseur hieß zwar nicht Gustaf Gründgens, aber – immerhin – Oscar Fritz Schuh, das Bühnenbild war das letzte des wenige Wochen zuvor verstorbenen Caspar Neher, und den Karl spielte ein gewisser Klaus Jürgen Wussow. Sage nur keiner, von hier aus ließ sich nicht Karriere machen!
Mehr als fünf Jahre nach der Oper hatte das Schauspiel, gleich daneben und etwas zurückgesetzt in der zweiten Reihe, endlich wieder ein eigenes «großes» Haus. Seine große Zeit sollte erst noch kommen, in der Rückschau stehen dafür Hansgünther Heyme, der es erst als Schauspieldirektor, dann – zeitweise gemeinsam mit Roberto Ciulli – als Intendant von 1968 bis 1979 leitete, und vor allem sein Nachfolger Jürgen Flimm (1979–1985), bei dem Luc Bondy und Jürgen Gosch, auch Robert Wilson, George Tabori und Christof Nel inszenierten. Lang, ...
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Der Bühnenboden ist hochgeklappt und präsentiert ein großes plastisches Bild. Es könnte eine Satellitenaufnahme des Irak sein. Wäre das der Fall, lägen unten im Süden die Ausgrabungsstätten von Ur und weiter oben Bagdad. Etwas später klappt der geopolitisch brisante Ausschnitt der Welt einfach weg und wird zum Spielgrund einer «Egmont»-Variante, in der die...
Es war wie beinahe jedes Jahr. Als die siebenköpfige Jury des Theatertreffens Ende Februar nach eines langen Tages Diskussionen über ihre Favoriten aus 300 Inszenierungen landauf, landab erschöpft auf das «Tableau» der Einladungen blickte, sah sie: 2 x Berlin, 2 x Hamburg, 2 x Münchner Kammerspiele, 2 x Zürich, 1 x Wiener Burgtheater und, immerhin, 1 x Hannover....
Birgit Lengers Henning Fangauf, in Ihrem Artikel «Endlich erwachsen» (Dramaturg 2/04) heißt es: «Der Sparte Kindertheater fehlt es momentan an Orientierung. Gerade an jenen Innovationen, die das Junge Theater so positiv vorangebracht haben, hat diese Sparte nicht partizipiert. Seine Stücke und Spielweise haben sich in den letzten Jahren dem gehobenen...
