Ein Meter fünfundneunzig und hundertzehn Kilo
Ich hatte fast Angst vor ihm. Vor diesem großen, mächtigen Mann, der als Chuck in Dogville grob und gefühllos die junge Grace vergewaltigt. Konnte den Schauspieler Sebastian Kowski kaum ansehen, als wir nach einer Vorstellung zufällig nebeneinander an der Bar im Foyer standen, geschweige denn
ansprechen. Hielt vorsichtig Abstand, als wir für «Faust 21» probten, ich im Chor, er als Faust. Und staunte. Was für ein charmanter, verführerischer Faust! Besonders in der Szene, wo Faust alias Goethe in weißem Anzug mit weißem Hut die Helena-Szene spielt, vorführt, genießt.
Er war lässig und komisch. Mehr als dreißig Mal schaute der Chor zu. Kowski war jedes Mal anders, mal besser, mal noch besser, nie weniger als gut. Gefährlich ist Sebastian Kowski nur auf der Bühne. Da aber sehr. Weil er sehr groß ist und kompakt. Weil er Kraft, Energie, Intensität hat.
Ist er nicht völlig fertig, nachdem er fünf, sechs Biertische und Bierbänke über eine mannshohe Wand auf die Hinterbühne geworfen hat? «Nein.» Wie schafft er es überhaupt, Bierbänke mit nur einer Hand zu schmeißen? «Mit einer Hand, das kann nicht sein.» Aber ich hatte es gerade gesehen, mindestens drei Bierbänke, nur mit einer Hand, in ...
Weiterlesen mit dem digitalen Monats-Abo
Sie sind bereits Abonnent von Theater heute? Loggen Sie sich hier ein
- Alle Theater-heute-Artikel online lesen
- Zugang zur Theater-heute-App und zum ePaper
- Lesegenuss auf allen Endgeräten
- Zugang zum Onlinearchiv von Theater heute
Sie können alle Vorteile des Abos
sofort nutzen
Über die Grenzen der Stadt hinaus wurde das Wiener Schauspielhaus in den letzten drei Spielzeiten vor allem dank der Stücke von Ewald Palmetshofer wahrgenommen, die hier uraufgeführt wurden. Die beim Wiener Publikum beliebtesten Produktionen von Andreas Becks Intendanz aber waren bisher die Theaterserien. 2008, in Becks erster Spielzeit, wurde Heimito von Doderers...
Die Beatgeneration – zur Erinnerung: Das war die, die in «der schlechtesten der Welten» ein «glückseliges Leben» führen wollte –, die «Beatniks» also, die vor etwa 50 Jahren das Establishment literarisch ver- und sich selber dabei gleich physisch zerstörten, feiern so eine Art Auferstehung. Sowohl als Original als auch als Plagiat: Auf dem Buchmarkt wird...
Fernsehen
Sonntag, 1.8.
18.05, 3sat: Thomas Hürlimann – Die Schweiz und das Schweizersein
Montag, 2.8.
19.00, Theaterkanal: RuhrKultur – Theaterlandschaften: Schauspiel Essen – vorgestellt von Esther Schweins. Ein Film von Dag Freyer 19.30, Theaterkanal: RuhrKultur: Jutta Wachowiak und Günter Lamprecht im Gespräch 23.55, Theaterkanal: Dunkel lockende Welt – von...
