Ein Dolchstoss ins Herz der Provinz
Sie heißen Robert, Christoph, Matthias, Steffen oder Enrico. Im normalen Leben sitzen sie hinterm Schreibtisch im Amt und bearbeiten Akten oder schrauben in der Werkstatt Autos zusammen. Am Wochenende aber nennen sie sich Börti, Chrille, Matze, Pansen oder Roco.
Dann tragen sie schwarze Klamotten, ziehen gemeinsam im Pulk in Halle zum alten Kurt-Wabbel-Stadion, stellen sich in der Nordkurve auf, dicht am Zaun, breiten Fahnen aus, so groß wie halbe Fußballfelder, schlagen auf Trommeln, zelebrieren ihre Choreografien – und sind (verbal zumindest) schlimmstenfalls auch bereit zu sterben in dieser immer neuen Schlacht. Für den Verein.
Sie sagen vor dem Spiel «ihrer» (drittklassigen) Mannschaft HFC: «Deine Liebe wird zur Mission ... Ultra ist mehr als eine Subkultur. Ultra ist die Grundhaltung, die ich im Leben habe.
Alles baut darauf auf.» Und nach dem Match, das sich weniger auf dem Rasen als auf den Rängen zugetragen hat: «Am nächsten Morgen aufgewacht, merkte ich erstmal, was man mir angetan hat. Ich konnte mich vor Schmerzen kaum bewegen. Die Bullen hatten mich richtig zerlegt.»
Das Leben eines «Ultras», also eines fanatischen Fußballfans, gleicht einer La-Ola-Welle: Es ...
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